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Auch in diesem Jahr findet, mit Unterstützung der Stadt Rodgau, das Wasserflugtreffen auf dem Niederröder Badesee statt. Die Veranstaltung beginnt am 12. Oktober 2019 und endet am 13. Oktober 2019.

Der See steht am Samstag von 10:00 – 18:00 Uhr und am Sonntag von 10:00 – 17:00 zur Verfügung.

Jeder der ein Wasserflugzeug in seinem Hangar stehen hat, ist gerne eingeladen. Wir haben eine Auflaßgenehmigung, auch für Verbrenner-Triebwerke und bis zu einem Startgewicht von 25 kg.

Selbstverständlich ist eine Anreise schon Freitags vor dem Treffen möglich.

Tagesanmeldung für Teilnehmer (bitte ausdrucken und ausgefüllt mitbringen): TagesAnmeldung

Nähere Hinweise hier: https://fmc-dietzenbach.org/kontakt/

Wasserflugtreffen 2019 Plakat herunterladen

Nach dem das Doppeldecker und Oldtimer-Treffen immer beleibter wird, lädt der Flug und Modellbau-Club Dietzenbach auch in diesem Jahr wieder dazu ein.

Das Treffen findet am 15. & 16. Juni 2019 statt. In der Zeit von Samstag 9:30 – 18:00 Uhr bis Sonntag 9:30 – 16:30 Uhr, werden Doppeldecker aller Art und Oldtimer im Mittelpunkt stehen. Ob schnell, langsam, groß oder klein es ist alles gern gesehen. Essen, Getränke, Kaffee und Kuchen sind reichlich vorhanden. Damit steht gemütlichen Tagen mit unserem Hobby nichts im Wege. Wer möchte, kann selbstverständlich Freitags anreisen.

Doppeldecker und Oldtimerfliegen Plakat herunterladen

von Ralf Kaiser

Es schneit, endlich Winter!
Eigentlich ist das kein Flugwetter da draußen, aber wenn schon mal Schnee liegt, sollte man auch mal mit Kufen fliegen. Ich hatte noch kein Modell mit Kufen ausgerüstet, da fiel mein Blick auf die PBY Catalina. Der Rumpf stand seit dem Wasserflugtreffen im Oktober noch immer auf der Werkbank. Er war stark undicht und ich hatte noch keine geniale Idee wie ich ihn abdichten sollte.
Flugboote gehen erfahrungsgemäß recht gut auf Schnee. Die Catalina ist ja noch startklar und die beiden 4S Lipos sind auch fast voll. Also los.

Am Flugplatz lag eine ca. 1 cm dicke mehr oder weniger unterbrochene Schneeschicht. Es hatte aufgehört zu schneien und es blies nur ein sehr sanfter Luftzug aus Südwest. Es war auch gar nicht so kalt. Super eigentlich! Akku einbauen, alles nochmal durchchecken. Die Stützschimmer aber ich vorsichtshalber erst mal nicht runtergefahren, damit sie bei Berührung mit dem ungewöhnlichen Element Schnee nicht abbrechen.

Ich gebe vorsichtig Gas. Auf Wasser war das ja schon ein Problem. Bereits bei langsamer Geschwindigkeit bildete sich eine riesige Bugwelle, die genau in die Propeller ging. Diese erzeigten dann einen mächtigen beeindruckenden „Spray“ aber leider keinen Schub mehr. Hier „On Ice“, oder besser Schnee, völlig anders, die Catalina zog willig los, lies sich sofort über die Querruder geraderichten und hob nach ein paar Metern sauber ab. Eh, die fliegt ja richtig gut, ich hatte das beim Wasserflugtreffen gar nicht so richtig registriert, weil mich der undichte Rumpf und das blöde Startverhalten mächtig geärgert hatte. Ein bisschen Tiefenruder nachtrimmen und alles war super. Die China Billig Motore der 38er Serie sind weit mehr als ausreichend. Ich kann gleich nach dem Start die Leistung deutlich reduzieren. Das Flugverhalten ist butterweich und gutmütig. Bedingt durch den recht kurzen Rumpf ist die Catalina um die Hochachse etwas empfindlich. Ich hatte aber schon mal einen ASX3 Empfänger eingebaut und zwei Kreisel „Gain“ voreingestellt. In der höheren Stufe mit 50% Gain auf der Hochachse ist alles wie geschmiert. Auch Rollen und Loopings sind kein Problem, wobei die Catalina sicherlich kein Kunstflugmodell ist. Mit dem eingestellten Gain von 30% auf dem Höhenruder lassen sich wunderschöne tiefe Überflüge verwirklichen, mit Vollgas, im Langsamflug mit Schwimmer unten, die Catalina hat wirklich ein sehr schönes ungewöhnliches Flugbild, besonders über schneebedeckter Landschaft.

Der erste Anflug gelingt sofort, mit etwas Schleppgas kommt die Catalina im flachen Endanflug rein und setzt sich sanft in den Schnee. Ich starte gleich durch und fliege noch einige „Touch and Go“. Im Endanflug muss man die Catalina allerdings mit etwas Gas bei Laune halten. Sie mag es nicht wenn man das Gas ganz rausnimmt. Wahrscheinlich bremsen die 9“ Dreiblattprops mit nur 6“ Steigung sehr stark ab. Die Catalina wir dann sofort langsam und die Landung wird nicht besonders schön. Also immer etwas Leistung stehen lassen und mit genug Fahrt anfliegen, beim Ausflairen wird sie sofort langsam.

Das Ganze hat so viel Spaß gemacht, dass ich die beiden 4 Zeller gleich leergeflogen und wieder geladen habe. Der 4 Zeller mit 4000mAh zeigte sich nach 5 Minuten Flugzeit, vieles davon mit Vollgas, überhaupt nicht beeindruckt. Er war nicht mal so warm, dass ich hätte meine mittlerweile eiskalten Finger daran wärmen können. Beim Laden sind gerade mal 2000mAh reingegangen. Alles in Allem ein perfekt ausgelegter Antrieb.

Ich bin fest davon überzeugt, dass die Catalina auch auf etwas feuchtem Rasen genauso gut starten und landen wird und damit könnte sie sich durchaus zu meinem Lieblingsmodell für den Rest des Winters entwickeln.

Die Catalina kann bei mir als Fertigmodell oder als Teilesatz bestellt werden. Für Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Noch ein Tipp zum Lipo, ich wurde gefragt, ob man bei diesen Temperaturen überhaupt noch mit Lipos fliegen kann. Das ist gar kein Problem, ich wärme die Lipo’s zuhause etwas vor, indem ich sie auf die nicht allzu heiße Heizung stelle, aber grundsätzlich NUR im feuerfesten Behälter. Ich habe dafür einen ausgedienten Brotkasten aus Keramik. Vom Einstecken in die Hosentasche rate ich dringend ab. Ich hab schon von Fällen gehört, wo hierbei am Stecker ein Kurzschluss entstanden ist. Man kann sich sicherlich vorstellen was passiert, wenn ein Lipo in der Hosentasche blöd wird.

Die Catalina findet man wenn „Catalina 3D print“ sucht.

Viel Spaß beim Drucken

Dezember 2018, derPräsi

von Rainer Luniak

Ja, ja ich hab Eure Sprüche noch alle im Ohr als ich im Kreise einiger Vereinskameraden letztes Jahr lauthals verkündet habe vorerst kein neues Modell zu bauen und nun gestehen musste das ein Neubau bereits das Rohbaustadium erreicht hat.

Also dann der Reihe nach:
Anfang Dezember musste ich feststellen dass noch viel Winterzeit bevorsteht: lange Schlechtwetterperioden und kein Modell bauen – das geht ja gar nicht!
Fürs Wasser sollte es sein und was historisches, da kommt man an den Dorniers nicht vorbei.
Do-X, Do 24 und Do 24 ATT kamen in die engere Wahl. Nach Recherchen im Internet und Abwägung diverser Fakten für die Umsetzung als Eigenkonstruktion in der Bauweise Rumpf und Formteile aus Isolierschaumplatten/GFK und Flügel und Leitwerk in Styropor/Abachi fiel die Wahl auf die Do 24 T, so wie sie als Flugboot in der Seenotrettung ehemals eingesetzt war.

Das Original

Die Dornier Do 24 war ein dreimotoriges, hochseefähiges Fernaufklärungsflugboot das 1937 zum ersten mal flog. Ursprünglich für die Niederlande gebaut wurde es bis in die 1970er Jahre vor allem zur Seenotrettung eingesetzt. Noch heute fliegt die modernisierte Do 24 ATT.
Insgesamt wurden von 1937 bis 1947 313 Maschinen der unterschiedlichen Typen gebaut. Die größte Stückzahl erreichte der Typ T3 mit 172 Stück, 125 davon wurden an die Niederlande und 47 Stück an Frankreich ausgeliefert.

Technische Daten Do 24 T:

Kenngröße Daten
Länge 21,95 m
Höhe 5,75 m
Flügelspannweite 27,27 m
Tragflügelfläche 108 m²
Antrieb drei Bramo-323-R-2-Sternmotoren mit je 736 kW (1.000 PS)
Höchstgeschwindigkeit 340 km/h in 3.000 m Höhe
Dienstgipfelhöhe 5.900 m
Reichweite 2.900 km
Leermasse 9.200 kg
Startmasse 18.400 kg
Bewaffnung je ein 7,92-mm-MG 15 in Bug und Heck, eine 20-mm-Kanone MG 151 im Rückenturm

Nicht nur im Internet gibt es zu diesem Baumuster viele Bilder und Pläne sowie interessante YOUTUBE-Videos, ein restauriertes Exemplar das ehemals in Spanien als Seenotretter eingesetzt war kann unter anderem in der Flugzeugwerft des Deutschen Museums in Schleißheim in Augenschein genommen werden.

Das Modell

Die Erstellung des Rumpfes aus Isolierschaumplatten mit Beschichtung durch GFK hat sich besonders bei Wasserflugmodellen als vorteilhaft erwiesen. Dieses Material ist preiswert im Baumarkt zu bekommen und ist sehr gut mit dem Teppichmesser , Säge, Schleifklotz etc. – ähnlich wie Balsaholz zu bearbeiten. Hinzu kommt dass das Material in gewissen Grenzen auch elastisch und plastisch verformbar ist. Verklebungen sind problemlos mit Ponal, Laminierharz oder Epoxykleber je nach Beanspruchung auszuführen. Dies ist bereits mein achtes Modell in dieser Bauweise: Cessna C421, De Haviland Comet 88, Bombardier Canadair C 415 und einige Eigenkonstruktionen bis 2,35m Spannweite und 9 kg Abfluggewicht.

Vor dem Bauen kommt das Zeichnen. Nach den Vorlagen aus dem Internet wurde zunächst eine Seitenansicht und 10 Querschnitte des Modellrumpfes erstellt.
Natürlich musste vorher der Maßstab und damit die Größe des geplanten Modells festgelegt werden.
Um die Transportierbarkeit bei der vorgesehenen ein –teiligen Tragfläche zu gewährleisten (Zweiteilung geht nicht wegen dem mittleren Motor und der mittigen Verbindung zum Rumpfbaldachin, Dreiteilung erfordert zwei Steckverbindungen mit entsprechendem Mehrgewicht) sollte die Spannweite bei ca. 2,0 m liegen.

Original Do 24 Modell Do 24
Spannweite 27,27 m 1,95 m
Rumpflänge 21,95 m 1,57 m

Dies entspricht einem Maßstab von 1:14.

Die Rumpfform der Do 24 mit ihren speziellen Krümmungen und Radien sowie der Aufbau des Unterwasserbootes stellt eine besondere Herausforderung dar. Ich entschloss mich zu folgender Ausführung.
Zunächst wurde eine "Grundplatte“ in der Form der Rumpfdraufsicht aus einer 20mm dicken Isolierplatte erstellt und in der Krümmung der Rumpflängsachse gebogen. Damit diese Krümmung beim weiteren Rumpfaufbau erhalten bleibt wurde in der Rumpfmittelachse ein Längsspant aufgeleimt. Die beiden Zuschnittschablonen sind im folgenden Foto zu sehen.

Danach erst wurden die Querspanten zu beiden Seiten des Längsspants angeleimt, der vorgefertigte Baldachin aus 15 mm Alurohr und danach die beiden Seitenteile angeleimt. Alle diese Teile wie auch die nun folgende obere Abdeckung sind ebenfalls aus 20 mm Material hergestellt.

Nach Austrocknung des Klebers (Ponal Express) wird die Rumpfkontur durch Beschleifen mit grober Körnung (ca. 60er) hergestellt. Dabei ist natürlich viel Material abzutragen um den auf der Oberseite halbrunden Rumpf zu erhalten. Dies ist jedoch bei dem verwendeten Werkstoff ohne Mühe machbar, angenehm ist dabei die Eigenschaft des Werkstoffes nicht wie Balsastaub die Schleimhäute des Modellbauers zu belasten sondern das Schleifgut fällt zu Boden.

Auf den folgenden Fotos ist bereits die charakteristische Rumpfform der Do 24 zu erkennen. Lipopacks dienen u. a. auch zum Beschweren – hier beim aufkleben der unteren keilförmigen Stufe 1.

Weiter geht es mit dem Rumpfboot , eine Kielfinne wurde aus Sperrholz erstellt und aufgeleimt. Danach wurde mit weiteren Formteilen beigefüttert und wieder geschliffen bis der charakteristische Rumpfboden entstand.

Es folgten die 2. keilförmige Hauptstufe und die hintere Stufe nach der Hauptstufe.

Die beiden Stützschwimmkörper links und rechts am Rumpf wurden aus 60mm dicken Isolierschaumplatten mit dem heißen Draht geschnitten. Die Pofilierung ist die gleiche wie beim Flügel – ein halbsymetrisches Profil. Die beiden Stummel erhalten einen relativ großen Anstellwinkel zur Rumpfachse um das Abwassern zu erleichtern.
Die Entstehung der Seitenleitwerke und der Motorgondeln ebenfalls aus dem Plattenmaterial ist auf dem folgenden Foto zu sehen. Die Seitenleitwerke sind mit Hohlkehlscharnier erstellt und mit 80gr Glasgewebe belegt. Die Motorgondeln wurden jeweils aus zwei 60mm Zuschnitten die mit Doppelklebeband fixiert und über zwei Kreisschablonen mit 100mm Durchmesser über den heißen Draht geschnitten. Der so entstandene Zylinder wurde dann händisch in die Tropfenform geschliffen mit dem Ausschnitt für die Tragfläche versehen und anschließend mit 163gr Glasgewebe belegt.
Das Höhenleitwerk ist konventionell in Styro/Abachi-Bauweise erstellt und hat ein 12%iges NACA-Profil. Die beiden Seitenleitwerke wurden fest mit dem Höhenleitwerk verleimt, das gesamte Leitwerk wird mit zwei M6 Nylonschrauben am Rumpf befestigt. Für die Ruderbetätigung wurden je Seitenruder ein 2,5kg Metallgetriebe-Servo und je Höhenruderhälfte ein 3,0kg Metallgetriebe-Servo eingebaut. Das nächste Foto zeigt den rohbaufertigen Rumpf noch unbeschichtet, jedoch mit montiertem Leitwerk.

Der Flügel weist im rechteckigen Mittelteil eine enorme Profiltiefe von 385mm auf, diese verjüngt sich in den trapezförmigen Außenflügeln auf 175mm. Als Profil kam innen wie außen ein NACA 2415 zur Anwendung. Durch die starke Trapezform der Außenflügel und die Tatsache dass ich die Flächenkerne ohne eine zweite Person geschnitten habe musste ich vier Kerne verwerfen bis ich zwei brauchbare erhalten habe. Der weitere Aufbau ist wie gewohnt, beplanken mit 1mm Abachifurnier/Epoxidharz und pressen in der Vorrichtung bis zum Aushärten. Nasenleiste aus 10mm Balsa anbringen, Randbögen ebenfalls aus Balsa ankleben und Verschleifen des Ganzen. Die Beschaffung von Abachifurnier beschränkt sich offenbar auf nur wenige Lieferanten, auf Grund der erwähnten Geometrie der drei Flügelteile hätte eine Beplankung mit Balsabrettchen sehr viel Verschnitt und damit die 2-3fachen Kosten gegenüber Abachifurnier erzeugt. Ich habe von der Fa. balsabar in Neumarkt zwei 1mm-Furnierbögen 3650mm x 400/450mm bestellt. Diese kamen gerollt als Paket 500x500x500 für ca. 29,-€ inkl. Verpackung und Versand in einwandfreier Qualität bei mir an. Nach dem Beplanken aller Flügelteile blieb auf Grund des günstigen Furnierformates ca. 50% für das nächste Modell über.
Die drei Flügelteile wurden stumpf mit 5min-Epoxy miteinander verleimt, so dass die Flügeloberseite eine gerade Linie bildet, also die Profilverjüngung der Außenflügel eine V-Form bildet – entsprechend dem Original. Die Stoßstellen wurden mit einer Lage 165gr. Glasgewebe verstärkt.
Der Flügel wird mit zwei M5 Stahlschrauben auf dem Baldachin befestigt. Im Bereich der Auflage wurde die Fügelunterseite mit 2 Lagen 163gr Glasgewebe verstärkt. Die beiden Schrauben liegen natürlich im Bereich der mittleren Motorgondel, hierzu wurden zwei 20mm Rundhölzer senkrecht in voller Profildicke in die Flügelmitte eingelassen und auch auf der Flügeloberseite mit Glasgewebe verstärkt.
Danach wurden die drei Motorgondeln sauber ausgerichtet und mit dem Flügel verklebt. Zur Aufnahme der Motore sowie für die Befestigung der Cowling wurde frontseitig ein sternförmiger Spant eingebaut. Ebenso wurden bereits die Öffnungen für den Einbau der Regler hergestellt und verkastet. Natürlich musste zu diesem Zeitpunkt die Auswahl der Antriebstränge erfolgt sein. Als Antrieb ist vorgesehen 3 Außenläufer der Größe 3642 mit 1250KV, 3-Blatt Propeller der Größe 10x5, und drei 60A-Regler ohne BEC und 3-zellige LIPO-Akkus.

Dies ist der aktuelle Stand, deshalb endet hier vorläufig meine Dokumentation. Selbstverständlich wird diese nach Fertigstellung der Do 24 T ergänzt. Ich hoffe Euer Interesse für die beschriebene Baumethode oder so herrliche Wasserflieger wie etwa die Do 24 geweckt zu haben und stehe selbstverständlich für Fragen gerne zur Verfügung.

Fortsetzung Baubericht Do 24 T

Lange hat es gedauert bis ich zur Fortsetzung des Bauberichtes gekommen bin, dies ist jedoch einem fehlgeschlagenen Erstflug und einigen Optimierungen geschuldet – allerdings scheint auch jetzt noch nicht die richtige Einstellung vorzuliegen.

Zunächst mussten die Regler und Motore Ihren Platz finden. Da die Motorgondeln bei Lieferung der Regler und Motore bereits nach Katalogangaben vorbereitet und mit dem Flügel verklebt waren mussten die ersten Nacharbeiten bereits jetzt erfolgen da die Regler ein doppelt so dickes Gehäuse aufwiesen als in der Beschreibung. Kurz entschlossen griff ich zum Messer, schnitt die Öffnungen größer und verschloss dann die Gondeln komplett um die Optik zu erhalten.

Die Motore passten dann genau, diese verschwinden jedoch jeweils hinter einer Sternmotorattrappe die aus dem 3D-Drucker unseres Vereinskollegen Volker Horch stammen – nochmals vielen Dank Volker die Optik ist toll und wertet das ganze Modell auf.

Weiter geht es mit dem Einbau der Servos. Im Heck nehmen je Ruderfläche ein Servo Platz, also 2 für Höhenruder und 2 für Seitenruder. Im Flügel ein Servo je Querruder und eines für die Landeklappe. Diese ist wie beim Original als Spreizklappe ausgeführt und wurde aus einem Stück 2mm GFK-Platte geschnitten. Diese wurde mit Aussparungen zur Gewichtsreduzierung versehen und dann beidseitig zur Aussteifung mit 160 gr. Glasgewebe belegt. Herstellung und Einbau zeigen die beiden Fotos.

Der Rumpf wurde ganzflächig mit 160gr. Glasgewebe laminiert. Mehrere Schleif- Spachtel- und Grundiergänge folgten bis eine akzeptable Oberfläche erzeugt war. Die Deckbeschichtung erfolgte aus der Sprühdose in Silber wie beim Vorbild in Schleißheim.

Die schrägen Stützen zwischen Flügel und Stützschwimmer wurden aus Alu-Tropfenprofil mit innerer Verstärkung durch einen 5mm Kohlestab erstellt. Sie sind am Flügel anklappbar angeschlagen und werden auf den Stützschwimmern auf Stifte aus 5mm Kohlestab gesteckt.

Die elektrische Verbindung zwischen Rumpf und Flügel ist auf der Oberseite des Baldachin ausgeführt. Die unteren Hälften der Steckverbindungen ist fest im Baldachin eingeklebt, die oberen im Flügel sind lose und mit etwas Überlänge der Kabel ausgeführt. In der Praxis ist die Montage trotzdem ein Geduldsspiel.

Nach der Lackierung standen dann noch einige Details an, der vordere MG-Stand wurde erstellt und die Panzerung aus dünnem Alublech erstellt. Der hintere MG-Stand wurde aus einem Stück entsprechend geformter Verpackungsfolie erstellt. Die mittlere Kanonenkuppel wurde aus einem Verpackungsdeckel für Obstbecher erstellt, dies wurde später nochmal umgebaut und an dieser Stelle ein Wasserruder mit Servo eingebaut da sich die Manövrierfähigkeit auf dem Wasser nur über die Seitenruder als ungenügend erwies.

Für die schönen Decals zeichnet wie bereits bei der Canadair CL415 mein Vereinskollege Stefan Langhammer verantwortlich-nochmals vielen Dank.

Soweit zum Bau, dann kommt wie immer die Erprobung. Schwimmen kann Sie ja wirklich fantastisch, nach Einbau des Wasserruders direkt hinter der hinteren Stufe geht auch das manövrieren sehr gut.

Das Abwasser macht sie fast von alleine, wie auch das Anwassern. Das dazwischen nennt man bekanntlich fliegen, das war beim Erstflug nur mit wilden Eingriffen zu überstehen und endete kurz vor der Landung mit einem abrupten Strömungsabriss aus ca. 1m Höhe; allerdings ohne irgendeine Beschädigung.

Es musste nicht lange gegrübelt werden; Anstellwinkel viel zu groß, Schwerpunkt noch zu weit hinten. Nach erfolgten Korrekturen waren die nächsten Flüge erst anlässlich unserer Veranstaltung am 13./14. Oktober möglich.

Nach drei unproblematisch verlaufenen Flügen war die Freude über ein gelungenes Projekt groß. Im langsamen tiefen Vorbeiflug ist das Modell ein echter Augenschmaus.

Dann die Ernüchterung, beim nächsten Flug im Einkurven aus der Rückenwindrichtung zum Landeanflug erneut ein Strömungsabriss diesmal aus großer Höhe mit erheblichem aber reparablem Schaden.

Neben der Reparatur scheint es erforderlich die beiden äußeren stark trapezförmigen Flügel durch neue und optimiert – mit Schränkung versehene – Flügel zu ersetzen. Der Winter kann kommen.

Holm- und Rippenbruch,

Rainer Luniak

Bei herrlichstem goldenen Oktober Wetter waren am Samstag und Sonntag jeweils mehr als 50 Modelle am Start. Etwa 40 Piloten aus den umliegenden Vereinen, aber auch von weiter weg, so z.B. aus Saarbrücken, waren gekommen um hier ihre Wasserflugmodelle fliegen zu lassen.

Neugierig, durch die vielen Berichte in den lokalen Zeitungen, kamen an den beiden Tagen auch weit über 100 Zuschauer zum Badesee in Nieder Roden. Am Sandstrand jenseits der Absperrung wurde sogar ausgiebig Sonnengebadet.

Gemäß unserer Auflassgenehmigung dürften jeweils drei Modelle gleichzeitig fliegen. So waren auch fast den ganzen Tag über drei Modelle in der Luft. Sehr oft natürlich die beliebten Schaumwaffeln wie FUN Cup und Co, aber es waren auch tolle Leckerbissen dabei.

Unser langjähriges Mitglied Rainer hatte gleich zwei Großmodelle aus Eigenbauproduktion mitgebracht, eine Canadair und die allseits bekannte Dornier DO 24.

Ein sehr außergewöhnliches Modell war auch der Nachbau einer französischen CRI-CRI auf Schwimmer.

Zufälligerweise fanden sich auch gleich vier Schneider Racer ein, nämlich die Nachbauten der italienischen Rekordmaschine Macchi M72. Das Original aus dem Jahr 1932 hält bis heute den Geschwindigkeitsrekord für Kolbengetriebene Wasserflugzeuge mit deutlich über 700 km/h. Die Racer von Dietmar und dem Präsi kommen, GPS gemessen, auf gut 200 km/h.

Am Sonntag konnten die Zuschauer auch noch die 3,3m große Piper J3 mit einem 70ccm Kolbenmotor im Flug anschauen. Der Wind war nicht ganz so schwach wie erwartet, aber aus der richtigen Richtung und so konnte unser Präsi die mächtige J3 einige Male über die Wasserfläche gleiten lassen.

Es war das beste Wasserfliegen, das der Verein je veranstaltet hat, sicherlich aufgrund des wunderschönen Oktober Wetters. Der Vorstand bedankt sich ganz herzlich bei allen Piloten, bei dem Helferteam vom FMCD, insbesondere bei unserer guten Fee Astrid und ganz besonderer Dank geht auch wieder an die Verantwortlichen der Stadt Rodgau und das Team vom Badesee.

Die nächste Wasserflugveranstaltung findet im April 2019 statt. Wir denken auch darüber nach, ob wir eine Veranstaltung für Modellboote ansetzen werden.

Dietzenbach, 16.Oktober 2018

von Ralf Kaiser

Modellflugzeuge werden aus Balsaholz und vielleicht auch aus Faserverbundwerkstoff hergestellt, manchmal auch aus Verpackungsmaterial, so war es bisher, bis zu unserem Neujahrsfliegen 2018.

Nachdem sich der hässliche Wind gegen 15:00 Uhr doch etwas beruhigt hatte, packte unser Gastpilot Thomas eine PT17 Stearman aus, die Alle verblüffte. Sie sah eigentlich ganz normal aus, wie mit Oratex bespannt, aber doch auch ganz anders. Die Stearman ist zu nahezu 100% auf dem 3D Drucker entstanden und daher komplett aus Plastik oder PLA wie das Material richtigerweise genannt wird. Toll sieht die Steaman aus, das Fahrwerk hat funktionsfähige Stoßdämpfer, alles gedruckt, ja sogar die Scaleräder sind aus einem speziellen Gummi gedruckt. Einzig Motor, Regler und natürlich die Fernsteuerung stammen nicht aus dem Drucker. Sie scheint etwas schwerer als ein herkömmliches Modell, aber mit knapp 2 kg ist das völlig im Rahmen für einen 1.2 m großen Doppeldecker.

Ausgerüstet ist die PT17 mit einem Outrunner der 500 Watt Klasse also 3 LIPO, ca. 40-50 Amp. Der Prop ist ein APC 11x5,5, etwas wenig Steigung für drei Zellen, wie sich gleich herausstellte.

Dem Eigentümer Thomas war die Nummer wegen dem Wind dann doch etwas zu „heiß“, sodass er den Erstflug mir überließ. „Wenn‘s Brocken gibt ist nicht so schlimm, das ist schnell wieder gedruckt“, so ermutigte er mich vor dem Erstflug.

Der Wind kam genau von vorne, so gab ich langsam Vollgas mit leicht gezogenen Höhenruder. Ja, die Leistung ist nicht üppig, aber es reicht, ich hab sie absichtlich mal etwas länger rollen lassen, aber dann hebt die PT 17 sehr schön „Scale“ ab und steigt leicht nach oben. Alle Ruder sind perfekt getrimmt, nur scheint sie mir immer noch etwas schwanzlastig, das ist bei fast allen Doppeldeckern so, der Schwerpunkt ist doch immer weiter vorne als man denkt, aber Alles im grünen Bereich, die Stearman ist super gut beherrschbar.

Gleich wird auch mal eine Rolle geflogen, geht perfekt, natürlich auch ein Looping. Schnell habe ich mich an die PT17 gewöhnt und das Fliegen macht richtig Spaß. Jetzt mal das Überziehverhalten testen. In größerer Höhe ziehe ich langsam durch und nehme das Gas zurück, alles bleibt beherrschbar. Mit voll gezogenen Höhenruder taumelt dann die PT17 im Sack-Flug, bleibt aber voll steuerbar, kein Anzeichen von irgendeinem Zicken.

Das beruhigt natürlich erstmal, so sollte die Landung eigentlich auch kein Problem darstellen. Platzrunde und dann Anflug schräg gegen den Wind. Die PT 17 segelt deutlich besser als erwartet, ich muss die Leistung komplett rausnehmen, damit sie runterkommt. Kurz vorm Aufsetzten wieder etwas Schleppgas, leicht Ziehen, Dreipunktlage, Gas raus und die Stearman setzt sich trotz Wind butterweich auf die Piste.

Super, großartig, das hätte ich wirklich nicht erwartet. Völlig gutmütige Flugeigenschaften einfach toll. Beim nächsten Flug wird der Schwerpunkt noch etwas nach vorne verlegt und dann sollte es perfekt sein.

Nach der tollen Erfahrung habe ich mir auch gleich eine PT17 aus dem Drucker bestellt. Eine MIG 15 und eine Supermarine Spitfire sind schon fertig gedruckt und liegen auf der Werkbank.

Wer gerne noch mehr wissen möchte über gedruckte Flugmodelle, der kann mich gerne anrufen unter der bekannten Nummer.


Kommentar vom 1. Vorsitzenden

Liebe Vereinsfreunde,

die oft diskutierte neue Luftverkehrsverordnung ist am 07.04.2017 veröffentlicht worden und somit in Kraft getreten. Wir haben die Verordnung in den Downloadbereich gestellt, damit sie von jedem Mitglied zur Kenntnis genommen werden kann.

Für uns als Mitglieder eines Vereines mit einer Auflassgenehmigung und Flugleiter hat sich relativ wenig geändert. Das vielzitierte Thema der Höhenbeschränkung von 100 m ist für uns KEIN Thema, wir haben diese Höhenbeschränkung schon immer und für uns war das nie ein Problem. Wir sind alle erfahrene Modellflugpiloten, wir können alle unsere Flughöhe sehr gut einschätzen und halten uns an diese Höhenbeschränkung. Eine Telemetrie mit Höhenübertragung ist somit nicht notwendig. Wer dennoch eine Telemetrie an Bord hat, muss sich selbstverständlich auf diese Daten verlassen und die vorgeschriebene Flughöhe einhalten.

Es ergibt sich allerdings ein Widerspruch zu unserer Auflassgenehmigung, denn ein Pilot mit Kenntnisnachweis, dürfte auf einem Nachbargrundstück, die Erlaubnis des Grundstückseigentümers vorausgesetzt, auch höher wie 100 m fliegen. Ich kläre das mit der Zulassungsbehörde.

Einige Änderung wird die Kennzeichnungsplicht für Flugmodelle und der Kenntnisnachweis für Piloten sein. Dies gilt aber erst ab dem 01.10.2017.

Wie die Kennzeichnung eines Modells, im Besonderen mit einem Gewicht von 250 Gramm, im Detail aussehen soll, ist noch nicht beschrieben. Bei unserer Hauptversammlung hatte ich für größere Modelle ein Beispiel gezeigt. Ich halte eine 3cm x 2cm große Edelstahl Platte mit Gravur für geeignet. Diese kann, wie bei manntragenden Flugzeugen, links unter dem Höhenleitwerk angebracht werden. Eines unserer Vereinsmitglieder kann diese Kennzeichen für eine kleine Spende anfertigen. Es gibt sie aber auch beim DMFV zu kaufen.

Wie der Kenntnisnachweis aussehen soll, ist ebenfalls noch nicht bekannt. Ein EASA PPL oder eine Modellflugberechtigung über 25kg scheint aber nach derzeitigem Informationsstand ausreichend. Wir werden vom Vorstand aus, hier am Ball bleiben und uns als Verein auch bewerben, solche Kenntnisnachweise ausstellen zu dürfen.

Bei dem FPV Fliegen, das Fliegen mit Videobrille oder Monitor gibt es allerdings Änderungen.
(frei wiedergegeben aus Homepage DMFV)

Fluggeräte unter 250 Gramm dürfen mit FPV geflogen werden, bis zu einer Flughöhe von 30 m ohne Luftraumbeobachter.

Fluggeräte über 250 Gramm dürfen mit FPV bis zu einer Höhe von 30 m geflogen werden, jedoch nur mit einer zweiten Person als Luftraumbeobachter.

Soll über 30 m Höhe mit FPV geflogen werden, dann muss ein Schüler- Lehrer System eingesetzt werden, wobei der Pilot ohne FPV der Lehrer ist, der jederzeit eingreifen kann.

Wird ein Fluggerät auf Sicht geflogen, ein Monitor mit Livebild steht nur als Sekundärsichtgerät bereit, so wird dieses Fluggerät wie ein „Normales Modellflugzeug“ der entsprechenden Gewichtsklasse behandelt.

Das Fliegen auf Geländen ohne Aufstiegserlaubnis, das sog. Wildfliegen, möchte ich hier nicht kommentieren. Jeder Pilot muss sich für diesen Fall selbst über die Rechtslage informieren.

Ich wünsche Euch auch weiterhin viel Spass bei unserem Hobby,

Holm und Rippenbruch

Ralf Kaiser, 1. Vorsitzender

Quellen: Homepage DMFV, Luftverkehrsordnung