von Rainer Luniak

Ja, ja ich hab Eure Sprüche noch alle im Ohr als ich im Kreise einiger Vereinskameraden letztes Jahr lauthals verkündet habe vorerst kein neues Modell zu bauen und nun gestehen musste das ein Neubau bereits das Rohbaustadium erreicht hat.

Also dann der Reihe nach:
Anfang Dezember musste ich feststellen dass noch viel Winterzeit bevorsteht: lange Schlechtwetterperioden und kein Modell bauen – das geht ja gar nicht!
Fürs Wasser sollte es sein und was historisches, da kommt man an den Dorniers nicht vorbei.
Do-X, Do 24 und Do 24 ATT kamen in die engere Wahl. Nach Recherchen im Internet und Abwägung diverser Fakten für die Umsetzung als Eigenkonstruktion in der Bauweise Rumpf und Formteile aus Isolierschaumplatten/GFK und Flügel und Leitwerk in Styropor/Abachi fiel die Wahl auf die Do 24 T, so wie sie als Flugboot in der Seenotrettung ehemals eingesetzt war.

Das Original

Die Dornier Do 24 war ein dreimotoriges, hochseefähiges Fernaufklärungsflugboot das 1937 zum ersten mal flog. Ursprünglich für die Niederlande gebaut wurde es bis in die 1970er Jahre vor allem zur Seenotrettung eingesetzt. Noch heute fliegt die modernisierte Do 24 ATT.
Insgesamt wurden von 1937 bis 1947 313 Maschinen der unterschiedlichen Typen gebaut. Die größte Stückzahl erreichte der Typ T3 mit 172 Stück, 125 davon wurden an die Niederlande und 47 Stück an Frankreich ausgeliefert.

Technische Daten Do 24 T:

Kenngröße Daten
Länge 21,95 m
Höhe 5,75 m
Flügelspannweite 27,27 m
Tragflügelfläche 108 m²
Antrieb drei Bramo-323-R-2-Sternmotoren mit je 736 kW (1.000 PS)
Höchstgeschwindigkeit 340 km/h in 3.000 m Höhe
Dienstgipfelhöhe 5.900 m
Reichweite 2.900 km
Leermasse 9.200 kg
Startmasse 18.400 kg
Bewaffnung je ein 7,92-mm-MG 15 in Bug und Heck, eine 20-mm-Kanone MG 151 im Rückenturm

Nicht nur im Internet gibt es zu diesem Baumuster viele Bilder und Pläne sowie interessante YOUTUBE-Videos, ein restauriertes Exemplar das ehemals in Spanien als Seenotretter eingesetzt war kann unter anderem in der Flugzeugwerft des Deutschen Museums in Schleißheim in Augenschein genommen werden.

Das Modell

Die Erstellung des Rumpfes aus Isolierschaumplatten mit Beschichtung durch GFK hat sich besonders bei Wasserflugmodellen als vorteilhaft erwiesen. Dieses Material ist preiswert im Baumarkt zu bekommen und ist sehr gut mit dem Teppichmesser , Säge, Schleifklotz etc. – ähnlich wie Balsaholz zu bearbeiten. Hinzu kommt dass das Material in gewissen Grenzen auch elastisch und plastisch verformbar ist. Verklebungen sind problemlos mit Ponal, Laminierharz oder Epoxykleber je nach Beanspruchung auszuführen. Dies ist bereits mein achtes Modell in dieser Bauweise: Cessna C421, De Haviland Comet 88, Bombardier Canadair C 415 und einige Eigenkonstruktionen bis 2,35m Spannweite und 9 kg Abfluggewicht.

Vor dem Bauen kommt das Zeichnen. Nach den Vorlagen aus dem Internet wurde zunächst eine Seitenansicht und 10 Querschnitte des Modellrumpfes erstellt.
Natürlich musste vorher der Maßstab und damit die Größe des geplanten Modells festgelegt werden.
Um die Transportierbarkeit bei der vorgesehenen ein –teiligen Tragfläche zu gewährleisten (Zweiteilung geht nicht wegen dem mittleren Motor und der mittigen Verbindung zum Rumpfbaldachin, Dreiteilung erfordert zwei Steckverbindungen mit entsprechendem Mehrgewicht) sollte die Spannweite bei ca. 2,0 m liegen.

Original Do 24 Modell Do 24
Spannweite 27,27 m 1,95 m
Rumpflänge 21,95 m 1,57 m

Dies entspricht einem Maßstab von 1:14.

Die Rumpfform der Do 24 mit ihren speziellen Krümmungen und Radien sowie der Aufbau des Unterwasserbootes stellt eine besondere Herausforderung dar. Ich entschloss mich zu folgender Ausführung.
Zunächst wurde eine "Grundplatte“ in der Form der Rumpfdraufsicht aus einer 20mm dicken Isolierplatte erstellt und in der Krümmung der Rumpflängsachse gebogen. Damit diese Krümmung beim weiteren Rumpfaufbau erhalten bleibt wurde in der Rumpfmittelachse ein Längsspant aufgeleimt. Die beiden Zuschnittschablonen sind im folgenden Foto zu sehen.

Danach erst wurden die Querspanten zu beiden Seiten des Längsspants angeleimt, der vorgefertigte Baldachin aus 15 mm Alurohr und danach die beiden Seitenteile angeleimt. Alle diese Teile wie auch die nun folgende obere Abdeckung sind ebenfalls aus 20 mm Material hergestellt.

Nach Austrocknung des Klebers (Ponal Express) wird die Rumpfkontur durch Beschleifen mit grober Körnung (ca. 60er) hergestellt. Dabei ist natürlich viel Material abzutragen um den auf der Oberseite halbrunden Rumpf zu erhalten. Dies ist jedoch bei dem verwendeten Werkstoff ohne Mühe machbar, angenehm ist dabei die Eigenschaft des Werkstoffes nicht wie Balsastaub die Schleimhäute des Modellbauers zu belasten sondern das Schleifgut fällt zu Boden.

Auf den folgenden Fotos ist bereits die charakteristische Rumpfform der Do 24 zu erkennen. Lipopacks dienen u. a. auch zum Beschweren – hier beim aufkleben der unteren keilförmigen Stufe 1.

Weiter geht es mit dem Rumpfboot , eine Kielfinne wurde aus Sperrholz erstellt und aufgeleimt. Danach wurde mit weiteren Formteilen beigefüttert und wieder geschliffen bis der charakteristische Rumpfboden entstand.

Es folgten die 2. keilförmige Hauptstufe und die hintere Stufe nach der Hauptstufe.

Die beiden Stützschwimmkörper links und rechts am Rumpf wurden aus 60mm dicken Isolierschaumplatten mit dem heißen Draht geschnitten. Die Pofilierung ist die gleiche wie beim Flügel – ein halbsymetrisches Profil. Die beiden Stummel erhalten einen relativ großen Anstellwinkel zur Rumpfachse um das Abwassern zu erleichtern.
Die Entstehung der Seitenleitwerke und der Motorgondeln ebenfalls aus dem Plattenmaterial ist auf dem folgenden Foto zu sehen. Die Seitenleitwerke sind mit Hohlkehlscharnier erstellt und mit 80gr Glasgewebe belegt. Die Motorgondeln wurden jeweils aus zwei 60mm Zuschnitten die mit Doppelklebeband fixiert und über zwei Kreisschablonen mit 100mm Durchmesser über den heißen Draht geschnitten. Der so entstandene Zylinder wurde dann händisch in die Tropfenform geschliffen mit dem Ausschnitt für die Tragfläche versehen und anschließend mit 163gr Glasgewebe belegt.
Das Höhenleitwerk ist konventionell in Styro/Abachi-Bauweise erstellt und hat ein 12%iges NACA-Profil. Die beiden Seitenleitwerke wurden fest mit dem Höhenleitwerk verleimt, das gesamte Leitwerk wird mit zwei M6 Nylonschrauben am Rumpf befestigt. Für die Ruderbetätigung wurden je Seitenruder ein 2,5kg Metallgetriebe-Servo und je Höhenruderhälfte ein 3,0kg Metallgetriebe-Servo eingebaut. Das nächste Foto zeigt den rohbaufertigen Rumpf noch unbeschichtet, jedoch mit montiertem Leitwerk.

Der Flügel weist im rechteckigen Mittelteil eine enorme Profiltiefe von 385mm auf, diese verjüngt sich in den trapezförmigen Außenflügeln auf 175mm. Als Profil kam innen wie außen ein NACA 2415 zur Anwendung. Durch die starke Trapezform der Außenflügel und die Tatsache dass ich die Flächenkerne ohne eine zweite Person geschnitten habe musste ich vier Kerne verwerfen bis ich zwei brauchbare erhalten habe. Der weitere Aufbau ist wie gewohnt, beplanken mit 1mm Abachifurnier/Epoxidharz und pressen in der Vorrichtung bis zum Aushärten. Nasenleiste aus 10mm Balsa anbringen, Randbögen ebenfalls aus Balsa ankleben und Verschleifen des Ganzen. Die Beschaffung von Abachifurnier beschränkt sich offenbar auf nur wenige Lieferanten, auf Grund der erwähnten Geometrie der drei Flügelteile hätte eine Beplankung mit Balsabrettchen sehr viel Verschnitt und damit die 2-3fachen Kosten gegenüber Abachifurnier erzeugt. Ich habe von der Fa. balsabar in Neumarkt zwei 1mm-Furnierbögen 3650mm x 400/450mm bestellt. Diese kamen gerollt als Paket 500x500x500 für ca. 29,-€ inkl. Verpackung und Versand in einwandfreier Qualität bei mir an. Nach dem Beplanken aller Flügelteile blieb auf Grund des günstigen Furnierformates ca. 50% für das nächste Modell über.
Die drei Flügelteile wurden stumpf mit 5min-Epoxy miteinander verleimt, so dass die Flügeloberseite eine gerade Linie bildet, also die Profilverjüngung der Außenflügel eine V-Form bildet – entsprechend dem Original. Die Stoßstellen wurden mit einer Lage 165gr. Glasgewebe verstärkt.
Der Flügel wird mit zwei M5 Stahlschrauben auf dem Baldachin befestigt. Im Bereich der Auflage wurde die Fügelunterseite mit 2 Lagen 163gr Glasgewebe verstärkt. Die beiden Schrauben liegen natürlich im Bereich der mittleren Motorgondel, hierzu wurden zwei 20mm Rundhölzer senkrecht in voller Profildicke in die Flügelmitte eingelassen und auch auf der Flügeloberseite mit Glasgewebe verstärkt.
Danach wurden die drei Motorgondeln sauber ausgerichtet und mit dem Flügel verklebt. Zur Aufnahme der Motore sowie für die Befestigung der Cowling wurde frontseitig ein sternförmiger Spant eingebaut. Ebenso wurden bereits die Öffnungen für den Einbau der Regler hergestellt und verkastet. Natürlich musste zu diesem Zeitpunkt die Auswahl der Antriebstränge erfolgt sein. Als Antrieb ist vorgesehen 3 Außenläufer der Größe 3642 mit 1250KV, 3-Blatt Propeller der Größe 10x5, und drei 60A-Regler ohne BEC und 3-zellige LIPO-Akkus.

Dies ist der aktuelle Stand, deshalb endet hier vorläufig meine Dokumentation. Selbstverständlich wird diese nach Fertigstellung der Do 24 T ergänzt. Ich hoffe Euer Interesse für die beschriebene Baumethode oder so herrliche Wasserflieger wie etwa die Do 24 geweckt zu haben und stehe selbstverständlich für Fragen gerne zur Verfügung.

Fortsetzung Baubericht Do 24 T

Lange hat es gedauert bis ich zur Fortsetzung des Bauberichtes gekommen bin, dies ist jedoch einem fehlgeschlagenen Erstflug und einigen Optimierungen geschuldet – allerdings scheint auch jetzt noch nicht die richtige Einstellung vorzuliegen.

Zunächst mussten die Regler und Motore Ihren Platz finden. Da die Motorgondeln bei Lieferung der Regler und Motore bereits nach Katalogangaben vorbereitet und mit dem Flügel verklebt waren mussten die ersten Nacharbeiten bereits jetzt erfolgen da die Regler ein doppelt so dickes Gehäuse aufwiesen als in der Beschreibung. Kurz entschlossen griff ich zum Messer, schnitt die Öffnungen größer und verschloss dann die Gondeln komplett um die Optik zu erhalten.

Die Motore passten dann genau, diese verschwinden jedoch jeweils hinter einer Sternmotorattrappe die aus dem 3D-Drucker unseres Vereinskollegen Volker Horch stammen – nochmals vielen Dank Volker die Optik ist toll und wertet das ganze Modell auf.

Weiter geht es mit dem Einbau der Servos. Im Heck nehmen je Ruderfläche ein Servo Platz, also 2 für Höhenruder und 2 für Seitenruder. Im Flügel ein Servo je Querruder und eines für die Landeklappe. Diese ist wie beim Original als Spreizklappe ausgeführt und wurde aus einem Stück 2mm GFK-Platte geschnitten. Diese wurde mit Aussparungen zur Gewichtsreduzierung versehen und dann beidseitig zur Aussteifung mit 160 gr. Glasgewebe belegt. Herstellung und Einbau zeigen die beiden Fotos.

Der Rumpf wurde ganzflächig mit 160gr. Glasgewebe laminiert. Mehrere Schleif- Spachtel- und Grundiergänge folgten bis eine akzeptable Oberfläche erzeugt war. Die Deckbeschichtung erfolgte aus der Sprühdose in Silber wie beim Vorbild in Schleißheim.

Die schrägen Stützen zwischen Flügel und Stützschwimmer wurden aus Alu-Tropfenprofil mit innerer Verstärkung durch einen 5mm Kohlestab erstellt. Sie sind am Flügel anklappbar angeschlagen und werden auf den Stützschwimmern auf Stifte aus 5mm Kohlestab gesteckt.

Die elektrische Verbindung zwischen Rumpf und Flügel ist auf der Oberseite des Baldachin ausgeführt. Die unteren Hälften der Steckverbindungen ist fest im Baldachin eingeklebt, die oberen im Flügel sind lose und mit etwas Überlänge der Kabel ausgeführt. In der Praxis ist die Montage trotzdem ein Geduldsspiel.

Nach der Lackierung standen dann noch einige Details an, der vordere MG-Stand wurde erstellt und die Panzerung aus dünnem Alublech erstellt. Der hintere MG-Stand wurde aus einem Stück entsprechend geformter Verpackungsfolie erstellt. Die mittlere Kanonenkuppel wurde aus einem Verpackungsdeckel für Obstbecher erstellt, dies wurde später nochmal umgebaut und an dieser Stelle ein Wasserruder mit Servo eingebaut da sich die Manövrierfähigkeit auf dem Wasser nur über die Seitenruder als ungenügend erwies.

Für die schönen Decals zeichnet wie bereits bei der Canadair CL415 mein Vereinskollege Stefan Langhammer verantwortlich-nochmals vielen Dank.

Soweit zum Bau, dann kommt wie immer die Erprobung. Schwimmen kann Sie ja wirklich fantastisch, nach Einbau des Wasserruders direkt hinter der hinteren Stufe geht auch das manövrieren sehr gut.

Das Abwasser macht sie fast von alleine, wie auch das Anwassern. Das dazwischen nennt man bekanntlich fliegen, das war beim Erstflug nur mit wilden Eingriffen zu überstehen und endete kurz vor der Landung mit einem abrupten Strömungsabriss aus ca. 1m Höhe; allerdings ohne irgendeine Beschädigung.

Es musste nicht lange gegrübelt werden; Anstellwinkel viel zu groß, Schwerpunkt noch zu weit hinten. Nach erfolgten Korrekturen waren die nächsten Flüge erst anlässlich unserer Veranstaltung am 13./14. Oktober möglich.

Nach drei unproblematisch verlaufenen Flügen war die Freude über ein gelungenes Projekt groß. Im langsamen tiefen Vorbeiflug ist das Modell ein echter Augenschmaus.

Dann die Ernüchterung, beim nächsten Flug im Einkurven aus der Rückenwindrichtung zum Landeanflug erneut ein Strömungsabriss diesmal aus großer Höhe mit erheblichem aber reparablem Schaden.

Neben der Reparatur scheint es erforderlich die beiden äußeren stark trapezförmigen Flügel durch neue und optimiert – mit Schränkung versehene – Flügel zu ersetzen. Der Winter kann kommen.

Holm- und Rippenbruch,

Rainer Luniak

MIG 15 von 3D Print-Lab

Erster kleiner Erfahrungsbericht.

Endlich war sie fertig, die gedruckte MIG 15. Im Januar hatte ich von meinem Freund Thomas den Teilesatz für die MIG 15 aus dem 3D Drucker bekommen und war seitdem mit viel Sekundenkleber am Werk. Einiges wurde modifiziert, da ich beim Triebwerk etwas „Ordentliches“ aus deutschen Landen einbauen wollte. Soweit war alles startbereit, bis am Freitag beim letzten Triebwerkstest sich ein Kabel von einem 4S Lipo löste. Dumm gelaufen, es war ein fast neuer Akku Pack, den wollte ich nicht aufschneiden und mit irgendeinem Schrumpfschlauch wieder zusammenflicken. So hab ich den Akku eingeschickt. Sonntag der 25.3. war eigentlich ein perfekter Tag für das geplante Einfliegen in Karbach. Dort gibt es reichlich Platz und eine lange Asphaltpiste, nur der Akku fehlte. Glücklicherweise konnte mir Peter mit fast passenden Akkus am Samstagabend aushelfen. Aber die Stecker passten nicht, sodass noch ein Adapterkabel her musste. Trotzdem stand der Erstflug unter keinem guten Stern. Das Wetter war wie gesagt ideal und um 15:30 stand die MIG eingeschaltet auf der Piste 36 in Karbach. Ruderprobe, alles perfekt, „Ready for Take Off“. Langsam Gas rein, die MIG schnurrt los wie vom Gummi gezogen und hebt nach 20 Metern seidenweich ab. Alles super, ich muss nur etwas Höhe nachtrimmen, das war aber zu erwarten, da ich den Schwerpunkt sicherheitshalber weit nach vorne gelegt habe. Die Leistung ist wirklich beeindruckend, obwohl das Triebwerk außergewöhnlich leise ist. Ich hatte keine Telemetrie an Bord, aber beim ersten Überflug dürften es sicherlich 160 km/h gewesen sein. Die Freude war groß, dass die MIG so großartig flog. Leider nur ein paar Sekunden. Beim Anflug zum zweiten tiefen Überflug veränderte sich das angenehme Jetgeräusch urplötzlich zum lauten Kreischen und die Leistung brach zusammen. Da hatte der Jet wohl etwas Unverdauliches angesaugt. Die Position war natürlich denkbar schlecht für einen Motorausfall. Vor dem Platz, viel zu hoch und viel zu schnell für eine Landung. Irgendwie gab der Impeller noch etwas Schub ab, sodass eine Platzrunde möglich war. Zu allem Elend kam das Linke Fahrwerk nicht raus. Sowas hatte ich auch schon mal in der Werkstatt. Beim dritten oder vierten Versuch hat es in der Werkstatt geklappt, aber hier war dafür keine Zeit. Also Fahrwerk rein, Anflug schwenken zur Graspiste. Ohne die Stallspeed getestet zu haben kam die MIG lammfromm im flachen Anflug herein und ließ sich mit gehobener Nase sanft ausflairen und setzte sich butterweich ins Gras. Erstmal große Erleichterung, dass alles gutgegangen war. Beim Blick ins Triebwerk kam der Schock, ein Blatt war offensichtlich weggeflogen und hatte den kompletten Rotor und Gehäuse beschädigt. Für heute war‘s das erst mal mit Fliegen. Aber der erste halbe Flug hat saumäßig viel Spaß gemacht und ich kann‘s kaum erwarten mit repariertem Jet zum zweiten Flug zu starten.

Wer mehr wissen möchte über die Gedruckte MIG, kann gerne anrufen oder über die Homepage schreiben.

Technische Daten der MIG 15

  • Spannweite 1,20 m, Gewicht 3,2 kg
  • Impeller Wemotec Midi Jet mit HET 650-58
  • 8S 4100 mAh
  • Fahrwerk Hobby King
  • TX/RX Sektrum DX18 mit AR9350 Kreisel

von Ralf Kaiser

Modellflugzeuge werden aus Balsaholz und vielleicht auch aus Faserverbundwerkstoff hergestellt, manchmal auch aus Verpackungsmaterial, so war es bisher, bis zu unserem Neujahrsfliegen 2018.

Nachdem sich der hässliche Wind gegen 15:00 Uhr doch etwas beruhigt hatte, packte unser Gastpilot Thomas eine PT17 Stearman aus, die Alle verblüffte. Sie sah eigentlich ganz normal aus, wie mit Oratex bespannt, aber doch auch ganz anders. Die Stearman ist zu nahezu 100% auf dem 3D Drucker entstanden und daher komplett aus Plastik oder PLA wie das Material richtigerweise genannt wird. Toll sieht die Steaman aus, das Fahrwerk hat funktionsfähige Stoßdämpfer, alles gedruckt, ja sogar die Scaleräder sind aus einem speziellen Gummi gedruckt. Einzig Motor, Regler und natürlich die Fernsteuerung stammen nicht aus dem Drucker. Sie scheint etwas schwerer als ein herkömmliches Modell, aber mit knapp 2 kg ist das völlig im Rahmen für einen 1.2 m großen Doppeldecker.

Ausgerüstet ist die PT17 mit einem Outrunner der 500 Watt Klasse also 3 LIPO, ca. 40-50 Amp. Der Prop ist ein APC 11x5,5, etwas wenig Steigung für drei Zellen, wie sich gleich herausstellte.

Dem Eigentümer Thomas war die Nummer wegen dem Wind dann doch etwas zu „heiß“, sodass er den Erstflug mir überließ. „Wenn‘s Brocken gibt ist nicht so schlimm, das ist schnell wieder gedruckt“, so ermutigte er mich vor dem Erstflug.

Der Wind kam genau von vorne, so gab ich langsam Vollgas mit leicht gezogenen Höhenruder. Ja, die Leistung ist nicht üppig, aber es reicht, ich hab sie absichtlich mal etwas länger rollen lassen, aber dann hebt die PT 17 sehr schön „Scale“ ab und steigt leicht nach oben. Alle Ruder sind perfekt getrimmt, nur scheint sie mir immer noch etwas schwanzlastig, das ist bei fast allen Doppeldeckern so, der Schwerpunkt ist doch immer weiter vorne als man denkt, aber Alles im grünen Bereich, die Stearman ist super gut beherrschbar.

Gleich wird auch mal eine Rolle geflogen, geht perfekt, natürlich auch ein Looping. Schnell habe ich mich an die PT17 gewöhnt und das Fliegen macht richtig Spaß. Jetzt mal das Überziehverhalten testen. In größerer Höhe ziehe ich langsam durch und nehme das Gas zurück, alles bleibt beherrschbar. Mit voll gezogenen Höhenruder taumelt dann die PT17 im Sack-Flug, bleibt aber voll steuerbar, kein Anzeichen von irgendeinem Zicken.

Das beruhigt natürlich erstmal, so sollte die Landung eigentlich auch kein Problem darstellen. Platzrunde und dann Anflug schräg gegen den Wind. Die PT 17 segelt deutlich besser als erwartet, ich muss die Leistung komplett rausnehmen, damit sie runterkommt. Kurz vorm Aufsetzten wieder etwas Schleppgas, leicht Ziehen, Dreipunktlage, Gas raus und die Stearman setzt sich trotz Wind butterweich auf die Piste.

Super, großartig, das hätte ich wirklich nicht erwartet. Völlig gutmütige Flugeigenschaften einfach toll. Beim nächsten Flug wird der Schwerpunkt noch etwas nach vorne verlegt und dann sollte es perfekt sein.

Nach der tollen Erfahrung habe ich mir auch gleich eine PT17 aus dem Drucker bestellt. Eine MIG 15 und eine Supermarine Spitfire sind schon fertig gedruckt und liegen auf der Werkbank.

Wer gerne noch mehr wissen möchte über gedruckte Flugmodelle, der kann mich gerne anrufen unter der bekannten Nummer.


von Ralf Kaiser

Allgemein

Bei dem seit 2009 vom MFV Pirna veranstalteten Schneider Cup war das am meisten verwendete Modell die Macchi M-33 von Kyosho. Umso mehr freute es mich, als zur Modellbaumesse 2011 von Sebart eine Macchi M-72 mit einer Spannweite von knapp 1,6 m vorgestellt wurde. Natürlich habe ich sofort einen Baukasten bestellt, wie das aber bei neuen Modellen so üblich ist, war dieser zunächst nicht lieferbar. Erst zum Ende der Saison 2011 bekam ich von Lindinger den lang ersehnten Baukasten. Beim Auspacken fiel sofort die von Separt bekannte Qualität auf. Alles war sauber in CNC gefrästem Sperrholz gebaut und mit hochwertiger Folie bespannt. So konnte auch die eine oder andere Blase in der Bespannung, die bei einer so langen Reise von China im Container durchaus mal vorkommen kann, mühelos mit einem Heißluftföhn wieder glattgezogen werden. Allerdings wurde mir auch schnell klar, daß Separt hier eher ein außergewöhnliches 3D Modell gebaut hat, als ein Rennflugzeug. Auch schon in der Baubeschreibung wird davor gewarnt, das Modell mit Vollgas anzustechen. Wahrscheinlich hatte Silvestri wohl eher vor ein Modell für den Betrieb auf Rasen zu bauen, als für den Einsatz auf Wasser. Die Querruderservos werden, wie bei 3D Fliegern üblich, einfach von unten in die Flächen geschraubt. Bei einem Wasserflugzeug ein absolutes „NO GO“, es sei denn man verwendet wasserdichte Servos. Zudem sind in den Schwimmern kurz vor der Stufe kleine Rädchen eingebaut, mit denen der Betrieb auf Rasen ermöglicht werden soll. Für den Einsatz auf dem Wasser sicherlich nicht vorteilhaft. Zunächst habe ich den Einbau der Servos verändert. Dafür wurde an der entsprechenden Stelle auf der Unterseite der Flächen ein rechteckiger Ausschnitt angebracht. Das ist nicht ganz einfach, da die Fläche hier mit Birkensperrholz verstärkt ist. Aber mit scharfer Klinge, Geduld und etwas Fingerspitzengefühl, lässt sich eine passable Öffnung herstellen. Da in der Fläche wenig „Hartes“ ist um ein Servo zu verankern und da ich auch die Bespannung nicht aufschneiden wollte, habe ich mich entschieden die Servos an den Deckeln der Ausschnitte zu befestigen. Die Servos habe ich mittels Sperrholzrähmchen und Aluhalter an den Deckeln befestigt. An den Ausschnitten wurden vorne und hinten zwei Sperrholzstreifen zur Auflage und Befestigung für Holzschrauben eingeklebt. Zum Schluß alles eingebaut, Gestänge angefertigt und GUT.

Der Rumpf hat einen großen abnehmbaren Deckel, so sind alle Einbauten im Rumpf bestens zugänglich. Der Einbau der restlichen RC-Anlage ist einfach und braucht nicht weiter beschrieben zu werden.

Als Antrieb hat Separt einen Elektromotor der 50er Klasse mit 5 S vorgesehen . Ich hatte noch einen Robbe Roxxy 42/48/05 den ich zunächst in die Macchi einbaute. Mit dem im Baukasten beiliegenden Motordom und Befestigungsteilen, sowie ein paar Unterlegscheiben aus der Kruschkiste war der Motor schnell eingebaut. Als Propeller habe ich den für diesen Motor bewährten APC 14x7 montiert. Der mitgelieferte Spinner passt einwandfrei. Als Regler habe ich einen Robbe Roxxy 800er Serie Regler mit 60 Amp. eingebaut. Eingefleischte Wasserflieger wissen natürlich, dass ein Regler im Wasserflieger immer wasserdicht vergossen sein muss, sonst ist es nur eine Frage der Zeit bis es raucht. Mit 5S 4000mAh stimmt der Schwerpunkt ohne Trimmgewicht. Das Telemetriemodul meiner DX8 lag noch ungenutzt im Schrank und einen Speedsensor hatte ich auch schon mal auf Verdacht besorgt. Das war nun das richtige Modell dafür. Der erste Flug sollte auf meiner Homebase in Dietzenbach erfolgen. Es war schönes Wetter kaum Wind.

Ruderprobe, Motorprobe, es kann losgehen. Als ich etwas Gas gab, neigte sich die Macchi leicht nach vorne, stützte sich mit den langen Schimmern ab und blieb unwillig stehen. Auch von Seitenruder war die Macchi wenig beeindruckt. Rollen auf Gras ist wohl nicht so einfach. Also schob ich die Macchi zum Startpunkt und gab mit voll gezogenem Höhenruder beherzt Vollgas. Nach ca. 2 m unbeholfenen Herumgehopse hatte das Höhenruder Anströmung, die Macchi neigte sich leicht nach hinten und hob willig ab. Mit genügend Motorleistung ist der Start auf Gras kein Problem, es sieht aber nicht wirklich elegant aus. In der Luft ist die Macchi eine wahre Freude. Wie bei meiner Separt SU 29 gewohnt, fliegt auch die Macchi extrem ausgewogen und unkritisch. Alle Flugfiguren, ob dynamisch oder 3D gelingen genau wie bei einem echten 3D Flieger. Einzig das Torquen gelingt nicht so perfekt, wen wundert’s, die Querruder sind nur am Außenflügel und die langen Schwimmer sind hier auch nicht von Vorteil. Bei einem vorsichtigen Speedüberflug zeigte die Telemetrie 134 km/h an, etwas schneller als meine SU 29 mit gleichem Propeller.
Mal sehen wie die Landung wird. Der Landeanflug völlig unkritisch, auch mit Nase oben bleibt die Macchi völlig berechenbar und gutmütig. Mit erhobener Nase setzte ich die Macchi sanft ins Gras, aber au weia, bei der Landung bekommt man Augenkrebs, die Macchi neigt sich sofort nach vorne und bremst mit hin und her Geschaukel nach ca. 3 m zum Stillstand ab. Ich versuche das Ganze nochmal etwas langsamer und weiter durchgezogen, aber schön wird die Landung trotzdem nicht. Also Fliegen ist gigantisch, aber bei Start und Landung auf Gras sollte man wegschauen.
Ein paar Wochen später war ich dann mit meinem Freund Rene in Moritzburg an dessen Haus-See um die Macchi am Wasser zu testen. Ich habe natürlicher meine Macchi aus Optikgründen das hässliche Wasserruder erspart, das Original hatte schließlich auch keins. Daher war das langsame Fahren auf dem Wasser nicht ganz einfach. Linkskurven gehen mit voll Seitenruder links und voll durchgezogenem Höhenruder, und leichten Gasstößen, bei Rechtskurven ist die „Rote“ eher unwillig. Dann ging‘s zum Startlauf. Leicht Höhe gezogen und Vollgas, nach ein paar Metern springt die Macchi förmlich in die Luft, na ja, Power ist hallt die halbe Miete. Das Fliegen ist genau wie über Land, -blöde Bemerkung-, dann kam die Landung. Flacher Anflug, Nase oben etwas Gas stehen lassen und sanft ausschweben, es hätte eigentlich eine Super Landung werden müssen. Aber die „Rote“ schlingerte zwei-drei Mal heftig hin und her und blieb stehen. Was war den das? –Die Räder? Vielleicht muss ich noch mehr ausflairen? Im Akku war noch genug Power, das Ganze nochmal, Super Anflug und kurz vorm Aufsetzen voll durchgezogen, na ja das war ja schon besser, aber so richtig Freude kam nicht auf. An ein Gleiten auf Stufe war überhaut nicht zu denken. Rene und ich sahen uns den Flieger gemeinsam an und dann war klar wo das Problem lag. Zum einen die Räder, sicherlich, aber das Hautproblem war die Anstellung des Modells auf den Schwimmern. Das ist für Betrieb auf Land optimiert, damit das Modell abheben kann muss es eine deutliche Anstellung haben, die Schwimmer können schließlich auf Land nicht eintauchen. Am Wasser wird das zum Problem. Beim Landen tauchen die Schwimmer zuerst weit vor der Stufe ein und werden natürlich instabil. Die Lösung: am hintern Schwimmerbügel wird ein ca. 8mm dickes Holzklötzchen unterlegt. Na jetzt steht die Macchi doch schon ganz anders auf dem Wasser. Schon beim Start macht sich die Änderung bemerkbar. Elegant gleitet die Macchi auf der Stufe und löst sich dann sanft vom Wasser und erst die Landung, mit hoher Nase setzt sie sich jetzt genau auf die Stufe und gleitet majestätisch aus. Voller Erfolg, der Start vom Gras dürfte jetzt allerdings schwierig werden, aber wer will das schon, das ist schließlich ein Wasserflugzeug. Daher wurden jetzt auch die Räder ausgebaut und die Öffnung mit Schaum verschlossen. Nach dem Verschleifen ein Stückchen silber Folie drüber und fertig war die Amphiben Nummer.
Nach den jetzt vielversprechenden Erfahrungen mit dem Modell wurde das Projekt adäquater Motor angegangen. Es musste natürlich wie beim Original ein Koachsial Motor werden. Im Handel ist leider kein passendes Triebwerk verfügbar. Die von Robbe angebotenen Motore waren und sind bis heute nicht lieferbar. Also wurden wir selbst tätig. Als Basis sollten Bausatzmotore von Scorpio dienen. Rene wählte den Typ mit 48mm Durchmesser aus. Die erforderlichen Umbauten an den Motoren und die Dreh-und Frästeile entständen mit der freundlichen Unterstützung der Firma Röder Präzision, in der ich damals tätig war. Die Wicklung wurde von Rene ausgelegt und ausgeführt für eine Drehzahl von 575 UPM / Volt, das gibt bei 5S etwa 12000 UPM. Da man bei Koax Motoren nie genau weiß, wie die Steigung des hinteren Propellers sein muss, haben wir uns für Verstellpropeller von Ramoser entschieden. Der vordere Propeller hat einen Durchmesser von 11“, der hintere 10“ linkslaufend. Ein großes Problem war der Spinner. Einen Halbspinner für den hinteren Propeller ist im Handel nicht erhältlich. Auch der vordere Spinner muss eine bestimmte Form haben, damit das Ganze strakt. Von Kawan gibt es einen Spinner mit Alu-Backplate Durchmesser 73mm, der als vorderer Spinner geeignet ist. Der hintere Spinner muss angefertigt werden. Da die Backplate vom hinteren Spinner gleichzeitig Lager für die Welle ist, wird der Spinner komplett aus Alu gedreht.
Der Aufbau des Motors ist im Prinzip recht simpel. Die beiden Statoren werden am Flansch gegeneinander verschraubt. Dazwischen kommt eine Aluplatte als Motorträger. Der hintere Rotor erhält eine neue lange Welle. Der vordere Rotor wird quasi rückwärts auf diese Welle aufgeschoben. Die Ramoser Nabe für den hinteren Propeller wird direkt auf diesen Rotor geschraubt, zusammen mit Backplate und Spinner. Der vordere Propeller wird mit Nabe und Klemmkonus auf die lange Welle geklemmt. Somit können beide Propeller unabhängig voneinander drehen. Hört sich einfach an, aber es steckt eine ganze Menge Know How und experimentieren dahinter.

Der neue Motor muss natürlich jetzt in der Macchi eingepasst werden. Der original Motordom hat recht viel Seitenzug, das geht mit dem Koaxmotor nicht mehr. Also muss ein neuer Motordom gebaut werden. Die Teile dafür sind bei mir erhältlich. Auch die Cowling hat diesen Seitenzug. Zunächst habe ich die Vorderseite der Cowling soweit wie möglich gerade geschliffen, dann aus Balsholz einen Keil aufgeklebt, damit die Vorderseite gerade wird. Das Ganze mit der Kontur verschliffen und zum Schluß mit etwas Klebefolie gold metallic, das Finish wieder hergestellt. Nachdem Rene die Wicklungen fertig hatte haben wir unser Werk im Flugzeug eingebaut. Erster Testlauf im der Werkstatt, alles was nicht angekettet war ist weggeflogen und der Sound war gigantisch. 2 Stunden später waren wir am Wasser. Schon der Anblick der beiden schlanken Propeller erzeugt Gänsehaut, aber der Klang bei Vollgas ist Wahnsinn. Die Leistung ist mehr, viel, viel mehr als ausreichend. Die Steigung der Propeller war von Anfang an perfekt gewählt. Im tiefen Überflug ist eine leichte Schwebung der Motoren zu hören. Wir waren sehr zufrieden mit unserer Arbeit.
Jetzt mußte noch die Zelle optimiert werden. Als erstes wurde der Kohlestab mit Glasrowings gefüllt. Der Stab hat außen 13mm Durchmesser, hier hat Separt ein Maß gewählt was nicht so einfach zu bekommen ist, daher die Modifikation. Der Stab wird mit Sicherheit jetzt halten. In der Werkstatt habe ich vorsichtig die Flächen belastet, bis ca, 10G das sollte auch reichen, die Flächen sind stabiler als sie aussehen.
Als nächsten ging es an die Höhen und Seitenruder. Zunächst dachte ich die dicke Hinterkante ist massiv, aber weit gefehlt, sie ist hohl. Spitz zuschleifen –unmöglich. Also habe ich die Ruder in altbekannter Rippen und Holmbauweise neu gebaut. Zum Glück wurde Oracover Folie verwendet, die auch hier in gleicher Farbe erhältlich ist. Genau wie die Höhenruder habe ich auch die Verkleidung der Schwimmerstreben in Profilform verschliffen und neu bespannt. Einzig die Flächen habe ich noch mit der dicken Hinterkante belassen, der Aufwand dafür war mit zu hoch. Der Erfolg der Optimierung: 182 km/h, gemessen mit zuvor bei Röder Präzision geeichter Telemetrie. (Leider blieb die Geschwindigkeit immer bei 182 km/h weil der Speedsensor wohl nicht mehr messen kann. Das muß nochmal geprüft werden.)
In dieser Konfiguration habe ich die Macchi viele Male geflogen, bis mir in Dresden auf der Elbe ein kleines „Hoppala“ passierte. Es war starker Wind und bei Wind möchte die Macchi auf dem Wasser halt immer nur gegen den Wind fahren. Dummerweise hatte ich den Ehrgeiz zur Startstelle zurück zu fahren. Mit starken Gasstößen drehte ich die Macchi, dann ein Augenblick nicht aufgepasst und eine Windbö ließ die Macchi vorne überkippen. In Sekunden war sie abgesoffen nur die Schwimmer schauten noch raus. Zum Glück waren alle Einbauten wasserdicht verpackt, sodass sich der Schaden in Grenzen hielt. Aber die Fläche war aufgeweicht und musste „enthäutet“ werden. Jetzt war die Gelegenheit auch hier die Endleiste schön spitz zu schleifen. Dafür habe ich eine fertige Endleiste 5x10 mm angeklebt und das Ganze sauber verschliffen. Danach die Fläche wieder neu bespannt und mit Klebefolie Kupfer metallic die „Kühler“ wieder aufgeklebt.
Die Höchstgeschwindigkeit blieb aus oben genanntem Grund immer noch bei 182 km/h, aber bei einem Vergleich mit einer Supermariene S4, die mit 205 km/h gemessen wurde, war die Macchi nicht erkennbar langsamer.
Inzwischen hat die Macchi viele Flugstunden absolviert und ich habe mit ihr 2012 und 2013 und 2016 die Schneider Trophy gewonnen.
Jeder der die „Rote“ sieht, ist fasziniert von der Zeitlosen Eleganz dieses Racers, der Geschwindigkeit und vor allem vom einzigartigen unverwechselbaren Sound des KK Motors. Obwohl Silvestri die Macchi M-72 nie als Rennflugzeug konstruiert hatte, kann man mit einigen Veränderungen einen genialen Schneider Racer bekommen.

So ziemlich jeder Modellflieger hat neben seinen unzähligen Modellflugzeugen, irgendwo in seiner Werkstatt auch ein ferngesteuertes Auto oder Boot stehen. So natürlich auch beim FMCD.

Ein kleine Gruppe von uns, meist ehemalige Jugendliche, sind den extrem Geländegängigen Fahrzeugen verfallen, den sogenannten Crawlern. Im Maßstab 1:10 und mit Elektromotor ausgerüstet werden aus Serien Baukästen, mit viel Liebe zum Detail und viel künstlichen Rost, herrliche Einzelstücke gebastelt.

Die Gruppe trifft sich ganz spontan zu gelegentlichen „Ausfahrten“ in der nahegelegenen Kiesgrube auf Baustellen, oder einfach zuhause im Garten. Bei letzterem darf natürlich auch unser hessisches „Stöffche“ nicht fehlen, daher auch der Name Bembel Crawlers. 

Die Absprache erfolgt per Handy oder SMS. Bei Interesse einfach am Flugplatz fragen. Auskunft geben Thomas H., Thore L., oder der Präsi.