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MIG 15 von 3D Print-Lab

Erster kleiner Erfahrungsbericht.

Endlich war sie fertig, die gedruckte MIG 15. Im Januar hatte ich von meinem Freund Thomas den Teilesatz für die MIG 15 aus dem 3D Drucker bekommen und war seitdem mit viel Sekundenkleber am Werk. Einiges wurde modifiziert, da ich beim Triebwerk etwas „Ordentliches“ aus deutschen Landen einbauen wollte. Soweit war alles startbereit, bis am Freitag beim letzten Triebwerkstest sich ein Kabel von einem 4S Lipo löste. Dumm gelaufen, es war ein fast neuer Akku Pack, den wollte ich nicht aufschneiden und mit irgendeinem Schrumpfschlauch wieder zusammenflicken. So hab ich den Akku eingeschickt. Sonntag der 25.3. war eigentlich ein perfekter Tag für das geplante Einfliegen in Karbach. Dort gibt es reichlich Platz und eine lange Asphaltpiste, nur der Akku fehlte. Glücklicherweise konnte mir Peter mit fast passenden Akkus am Samstagabend aushelfen. Aber die Stecker passten nicht, sodass noch ein Adapterkabel her musste. Trotzdem stand der Erstflug unter keinem guten Stern. Das Wetter war wie gesagt ideal und um 15:30 stand die MIG eingeschaltet auf der Piste 36 in Karbach. Ruderprobe, alles perfekt, „Ready for Take Off“. Langsam Gas rein, die MIG schnurrt los wie vom Gummi gezogen und hebt nach 20 Metern seidenweich ab. Alles super, ich muss nur etwas Höhe nachtrimmen, das war aber zu erwarten, da ich den Schwerpunkt sicherheitshalber weit nach vorne gelegt habe. Die Leistung ist wirklich beeindruckend, obwohl das Triebwerk außergewöhnlich leise ist. Ich hatte keine Telemetrie an Bord, aber beim ersten Überflug dürften es sicherlich 160 km/h gewesen sein. Die Freude war groß, dass die MIG so großartig flog. Leider nur ein paar Sekunden. Beim Anflug zum zweiten tiefen Überflug veränderte sich das angenehme Jetgeräusch urplötzlich zum lauten Kreischen und die Leistung brach zusammen. Da hatte der Jet wohl etwas Unverdauliches angesaugt. Die Position war natürlich denkbar schlecht für einen Motorausfall. Vor dem Platz, viel zu hoch und viel zu schnell für eine Landung. Irgendwie gab der Impeller noch etwas Schub ab, sodass eine Platzrunde möglich war. Zu allem Elend kam das Linke Fahrwerk nicht raus. Sowas hatte ich auch schon mal in der Werkstatt. Beim dritten oder vierten Versuch hat es in der Werkstatt geklappt, aber hier war dafür keine Zeit. Also Fahrwerk rein, Anflug schwenken zur Graspiste. Ohne die Stallspeed getestet zu haben kam die MIG lammfromm im flachen Anflug herein und ließ sich mit gehobener Nase sanft ausflairen und setzte sich butterweich ins Gras. Erstmal große Erleichterung, dass alles gutgegangen war. Beim Blick ins Triebwerk kam der Schock, ein Blatt war offensichtlich weggeflogen und hatte den kompletten Rotor und Gehäuse beschädigt. Für heute war‘s das erst mal mit Fliegen. Aber der erste halbe Flug hat saumäßig viel Spaß gemacht und ich kann‘s kaum erwarten mit repariertem Jet zum zweiten Flug zu starten.

Wer mehr wissen möchte über die Gedruckte MIG, kann gerne anrufen oder über die Homepage schreiben.

Technische Daten der MIG 15

  • Spannweite 1,20 m, Gewicht 3,2 kg
  • Impeller Wemotec Midi Jet mit HET 650-58
  • 8S 4100 mAh
  • Fahrwerk Hobby King
  • TX/RX Sektrum DX18 mit AR9350 Kreisel

von Ralf Kaiser

Modellflugzeuge werden aus Balsaholz und vielleicht auch aus Faserverbundwerkstoff hergestellt, manchmal auch aus Verpackungsmaterial, so war es bisher, bis zu unserem Neujahrsfliegen 2018.

Nachdem sich der hässliche Wind gegen 15:00 Uhr doch etwas beruhigt hatte, packte unser Gastpilot Thomas eine PT17 Stearman aus, die Alle verblüffte. Sie sah eigentlich ganz normal aus, wie mit Oratex bespannt, aber doch auch ganz anders. Die Stearman ist zu nahezu 100% auf dem 3D Drucker entstanden und daher komplett aus Plastik oder PLA wie das Material richtigerweise genannt wird. Toll sieht die Steaman aus, das Fahrwerk hat funktionsfähige Stoßdämpfer, alles gedruckt, ja sogar die Scaleräder sind aus einem speziellen Gummi gedruckt. Einzig Motor, Regler und natürlich die Fernsteuerung stammen nicht aus dem Drucker. Sie scheint etwas schwerer als ein herkömmliches Modell, aber mit knapp 2 kg ist das völlig im Rahmen für einen 1.2 m großen Doppeldecker.

Ausgerüstet ist die PT17 mit einem Outrunner der 500 Watt Klasse also 3 LIPO, ca. 40-50 Amp. Der Prop ist ein APC 11x5,5, etwas wenig Steigung für drei Zellen, wie sich gleich herausstellte.

Dem Eigentümer Thomas war die Nummer wegen dem Wind dann doch etwas zu „heiß“, sodass er den Erstflug mir überließ. „Wenn‘s Brocken gibt ist nicht so schlimm, das ist schnell wieder gedruckt“, so ermutigte er mich vor dem Erstflug.

Der Wind kam genau von vorne, so gab ich langsam Vollgas mit leicht gezogenen Höhenruder. Ja, die Leistung ist nicht üppig, aber es reicht, ich hab sie absichtlich mal etwas länger rollen lassen, aber dann hebt die PT 17 sehr schön „Scale“ ab und steigt leicht nach oben. Alle Ruder sind perfekt getrimmt, nur scheint sie mir immer noch etwas schwanzlastig, das ist bei fast allen Doppeldeckern so, der Schwerpunkt ist doch immer weiter vorne als man denkt, aber Alles im grünen Bereich, die Stearman ist super gut beherrschbar.

Gleich wird auch mal eine Rolle geflogen, geht perfekt, natürlich auch ein Looping. Schnell habe ich mich an die PT17 gewöhnt und das Fliegen macht richtig Spaß. Jetzt mal das Überziehverhalten testen. In größerer Höhe ziehe ich langsam durch und nehme das Gas zurück, alles bleibt beherrschbar. Mit voll gezogenen Höhenruder taumelt dann die PT17 im Sack-Flug, bleibt aber voll steuerbar, kein Anzeichen von irgendeinem Zicken.

Das beruhigt natürlich erstmal, so sollte die Landung eigentlich auch kein Problem darstellen. Platzrunde und dann Anflug schräg gegen den Wind. Die PT 17 segelt deutlich besser als erwartet, ich muss die Leistung komplett rausnehmen, damit sie runterkommt. Kurz vorm Aufsetzten wieder etwas Schleppgas, leicht Ziehen, Dreipunktlage, Gas raus und die Stearman setzt sich trotz Wind butterweich auf die Piste.

Super, großartig, das hätte ich wirklich nicht erwartet. Völlig gutmütige Flugeigenschaften einfach toll. Beim nächsten Flug wird der Schwerpunkt noch etwas nach vorne verlegt und dann sollte es perfekt sein.

Nach der tollen Erfahrung habe ich mir auch gleich eine PT17 aus dem Drucker bestellt. Eine MIG 15 und eine Supermarine Spitfire sind schon fertig gedruckt und liegen auf der Werkbank.

Wer gerne noch mehr wissen möchte über gedruckte Flugmodelle, der kann mich gerne anrufen unter der bekannten Nummer.