Hallo liebe Modellflugfreunde,

schon wieder ist ein Jahr vergangen, und der Termin für unseren Vereinswettbewerb rückt unaufhaltsam näher.

Der Wettbewerb findet am Wochenende vom 23. und 24. September 2017 statt, er wird in 3 Sparten ausgetragen, der Ablauf ist wie folgt geplant:

Samstag 23.09.2017

  • 15°° bis 18°° Uhr Segelflugzeuge

Sonntag 24.09.2017

  • 10°° bis 13°° Uhr Helikopter
  • 15°° bis 18°° Uhr Motorflugzeuge
  • anschließend Siegerehrung für alle Sparten

Am Samstagabend wollen wir mit den Teilnehmern aller Sparten, also auch mit denen die erst am Sonntag fliegen, bei einer Grillparty den ersten Wettbewerbstag ausklingen lassen.

Die Wettbewerbsbedingungen werden nicht mit der Post versendet, sie werden wie bisher rechtzeitig im Vereinshaus ausgelegt. Eine vorherige Anmeldung zum Wettbewerb ist nicht erforderlich, wer kommt fliegt mit – hoffentlich recht viele.

Wir werden auch in diesem Jahr versuchen Punktrichter aus anderen Vereinen zu gewinnen, um möglichst objektiv zu bewerten. Den jeweils ersten drei Siegern winken wie immer kleine Präsente.

Nun ans Werk und fleißig trainiert, wir hoffen auf eine rege Teilnahme und freuen uns auf ein spannendes Wochenende.

Mit freundlichem Fliegergruß

Rainer Luniak

Liebe Vereinsfreunde,

wir brauche helfende Hände am D-Day!

Wer am 21. ab 15:00 (Aufbau), 22. & 23. Juli mit anpacken möchte, meldet sich bitte bei Wolfgang (einsatz.d-day@fmc-dietzenbach.org).

Dieser Einsatz ist eine prima Gelegenheit Arbeitsstunden zu leisten.

Kuchenbäcker aufgepasst: Wer einen Kuchen für die Veranstaltung backen möchte, trägt sich bitte in die Liste am schwarzen Brett ein oder schreibt eine E-Mail an Wolfgang (einsatz.d-day@fmc-dietzenbach.org).

Hallo liebe FMCD Jugend,

die jährliche Jugendversammlung des FMCD steht wieder an. Ich lade Euch dazu ein am Sonntagmittag den 11.06.2017 um 14:00 Uhr in unser Clubhaus in Dietzenbach.

Wir müssen diesmal einen neuen Jugendvertreter wählen, da Thore in diesem Jahr 18 geworden ist und somit als Jugendvertreter nicht mehr zu Wahl stehen kann. Im Übrigen wird mich Thore als Jugendleiter vertreten. Ich bitte daher um vollzähliges Erscheinen.

Wir werden außerdem noch die Aktivitäten für das laufende Jahr besprechen.

Holm und Rippenbruch

Jürgen, Jugendleiter FMCD

Dietzenbach 04. Mai 2017

Kommentar vom 1. Vorsitzenden

Liebe Vereinsfreunde,

die oft diskutierte neue Luftverkehrsverordnung ist am 07.04.2017 veröffentlicht worden und somit in Kraft getreten. Wir haben die Verordnung in den Downloadbereich gestellt, damit sie von jedem Mitglied zur Kenntnis genommen werden kann.

Für uns als Mitglieder eines Vereines mit einer Auflassgenehmigung und Flugleiter hat sich relativ wenig geändert. Das vielzitierte Thema der Höhenbeschränkung von 100 m ist für uns KEIN Thema, wir haben diese Höhenbeschränkung schon immer und für uns war das nie ein Problem. Wir sind alle erfahrene Modellflugpiloten, wir können alle unsere Flughöhe sehr gut einschätzen und halten uns an diese Höhenbeschränkung. Eine Telemetrie mit Höhenübertragung ist somit nicht notwendig. Wer dennoch eine Telemetrie an Bord hat, muss sich selbstverständlich auf diese Daten verlassen und die vorgeschriebene Flughöhe einhalten.

Es ergibt sich allerdings ein Widerspruch zu unserer Auflassgenehmigung, denn ein Pilot mit Kenntnisnachweis, dürfte auf einem Nachbargrundstück, die Erlaubnis des Grundstückseigentümers vorausgesetzt, auch höher wie 100 m fliegen. Ich kläre das mit der Zulassungsbehörde.

Einige Änderung wird die Kennzeichnungsplicht für Flugmodelle und der Kenntnisnachweis für Piloten sein. Dies gilt aber erst ab dem 01.10.2017.

Wie die Kennzeichnung eines Modells, im Besonderen mit einem Gewicht von 250 Gramm, im Detail aussehen soll, ist noch nicht beschrieben. Bei unserer Hauptversammlung hatte ich für größere Modelle ein Beispiel gezeigt. Ich halte eine 3cm x 2cm große Edelstahl Platte mit Gravur für geeignet. Diese kann, wie bei manntragenden Flugzeugen, links unter dem Höhenleitwerk angebracht werden. Eines unserer Vereinsmitglieder kann diese Kennzeichen für eine kleine Spende anfertigen. Es gibt sie aber auch beim DMFV zu kaufen.

Wie der Kenntnisnachweis aussehen soll, ist ebenfalls noch nicht bekannt. Ein EASA PPL oder eine Modellflugberechtigung über 25kg scheint aber nach derzeitigem Informationsstand ausreichend. Wir werden vom Vorstand aus, hier am Ball bleiben und uns als Verein auch bewerben, solche Kenntnisnachweise ausstellen zu dürfen.

Bei dem FPV Fliegen, das Fliegen mit Videobrille oder Monitor gibt es allerdings Änderungen.
(frei wiedergegeben aus Homepage DMFV)

Fluggeräte unter 250 Gramm dürfen mit FPV geflogen werden, bis zu einer Flughöhe von 30 m ohne Luftraumbeobachter.

Fluggeräte über 250 Gramm dürfen mit FPV bis zu einer Höhe von 30 m geflogen werden, jedoch nur mit einer zweiten Person als Luftraumbeobachter.

Soll über 30 m Höhe mit FPV geflogen werden, dann muss ein Schüler- Lehrer System eingesetzt werden, wobei der Pilot ohne FPV der Lehrer ist, der jederzeit eingreifen kann.

Wird ein Fluggerät auf Sicht geflogen, ein Monitor mit Livebild steht nur als Sekundärsichtgerät bereit, so wird dieses Fluggerät wie ein „Normales Modellflugzeug“ der entsprechenden Gewichtsklasse behandelt.

Das Fliegen auf Geländen ohne Aufstiegserlaubnis, das sog. Wildfliegen, möchte ich hier nicht kommentieren. Jeder Pilot muss sich für diesen Fall selbst über die Rechtslage informieren.

Ich wünsche Euch auch weiterhin viel Spass bei unserem Hobby,

Holm und Rippenbruch

Ralf Kaiser, 1. Vorsitzender

Quellen: Homepage DMFV, Luftverkehrsordnung

Hallo Wasserflieger,

am Samstag den 22. April gehen wir wieder aufs Wasser. Wir haben mit freundlicher Unterstützung der Stadt Rodgau die Möglichkeit bekommen, den Badesee in Niederoden einen Tag zum Wasserfliegen zu nutzen.

Alle die ihre Fun Cub und Co. über den Winter auf Floats gestellt haben, können das Ganze jetzt  "Live und Draußen" ausprobieren. Wer vieleicht noch den einen oder anderen Ratschlag braucht, dem wird von unseren eingefleischten Wasserfliegern gerne geholfen. Daher läuft die Veranstaltung auch unter dem Motto TRAININGSLAGER.

Kaffee und Kuchen gibts natürlich auch, solange der Vorrat reicht und am Abend lassen wir den hoffentlich sonnigen Tag auf heimischen Gelände in Dietzenbach beim gemütlichen Grillen ausklingen.

Wir freuen uns sehr auf Euer kommen. Bitte beachten, diesmal nur Elektromodelle mit maximal 5 kg Abflugewicht.

von Ralf Kaiser

Allgemein

Bei dem seit 2009 vom MFV Pirna veranstalteten Schneider Cup war das am meisten verwendete Modell die Macchi M-33 von Kyosho. Umso mehr freute es mich, als zur Modellbaumesse 2011 von Sebart eine Macchi M-72 mit einer Spannweite von knapp 1,6 m vorgestellt wurde. Natürlich habe ich sofort einen Baukasten bestellt, wie das aber bei neuen Modellen so üblich ist, war dieser zunächst nicht lieferbar. Erst zum Ende der Saison 2011 bekam ich von Lindinger den lang ersehnten Baukasten. Beim Auspacken fiel sofort die von Separt bekannte Qualität auf. Alles war sauber in CNC gefrästem Sperrholz gebaut und mit hochwertiger Folie bespannt. So konnte auch die eine oder andere Blase in der Bespannung, die bei einer so langen Reise von China im Container durchaus mal vorkommen kann, mühelos mit einem Heißluftföhn wieder glattgezogen werden. Allerdings wurde mir auch schnell klar, daß Separt hier eher ein außergewöhnliches 3D Modell gebaut hat, als ein Rennflugzeug. Auch schon in der Baubeschreibung wird davor gewarnt, das Modell mit Vollgas anzustechen. Wahrscheinlich hatte Silvestri wohl eher vor ein Modell für den Betrieb auf Rasen zu bauen, als für den Einsatz auf Wasser. Die Querruderservos werden, wie bei 3D Fliegern üblich, einfach von unten in die Flächen geschraubt. Bei einem Wasserflugzeug ein absolutes „NO GO“, es sei denn man verwendet wasserdichte Servos. Zudem sind in den Schwimmern kurz vor der Stufe kleine Rädchen eingebaut, mit denen der Betrieb auf Rasen ermöglicht werden soll. Für den Einsatz auf dem Wasser sicherlich nicht vorteilhaft. Zunächst habe ich den Einbau der Servos verändert. Dafür wurde an der entsprechenden Stelle auf der Unterseite der Flächen ein rechteckiger Ausschnitt angebracht. Das ist nicht ganz einfach, da die Fläche hier mit Birkensperrholz verstärkt ist. Aber mit scharfer Klinge, Geduld und etwas Fingerspitzengefühl, lässt sich eine passable Öffnung herstellen. Da in der Fläche wenig „Hartes“ ist um ein Servo zu verankern und da ich auch die Bespannung nicht aufschneiden wollte, habe ich mich entschieden die Servos an den Deckeln der Ausschnitte zu befestigen. Die Servos habe ich mittels Sperrholzrähmchen und Aluhalter an den Deckeln befestigt. An den Ausschnitten wurden vorne und hinten zwei Sperrholzstreifen zur Auflage und Befestigung für Holzschrauben eingeklebt. Zum Schluß alles eingebaut, Gestänge angefertigt und GUT.

Der Rumpf hat einen großen abnehmbaren Deckel, so sind alle Einbauten im Rumpf bestens zugänglich. Der Einbau der restlichen RC-Anlage ist einfach und braucht nicht weiter beschrieben zu werden.

Als Antrieb hat Separt einen Elektromotor der 50er Klasse mit 5 S vorgesehen . Ich hatte noch einen Robbe Roxxy 42/48/05 den ich zunächst in die Macchi einbaute. Mit dem im Baukasten beiliegenden Motordom und Befestigungsteilen, sowie ein paar Unterlegscheiben aus der Kruschkiste war der Motor schnell eingebaut. Als Propeller habe ich den für diesen Motor bewährten APC 14x7 montiert. Der mitgelieferte Spinner passt einwandfrei. Als Regler habe ich einen Robbe Roxxy 800er Serie Regler mit 60 Amp. eingebaut. Eingefleischte Wasserflieger wissen natürlich, dass ein Regler im Wasserflieger immer wasserdicht vergossen sein muss, sonst ist es nur eine Frage der Zeit bis es raucht. Mit 5S 4000mAh stimmt der Schwerpunkt ohne Trimmgewicht. Das Telemetriemodul meiner DX8 lag noch ungenutzt im Schrank und einen Speedsensor hatte ich auch schon mal auf Verdacht besorgt. Das war nun das richtige Modell dafür. Der erste Flug sollte auf meiner Homebase in Dietzenbach erfolgen. Es war schönes Wetter kaum Wind.

Ruderprobe, Motorprobe, es kann losgehen. Als ich etwas Gas gab, neigte sich die Macchi leicht nach vorne, stützte sich mit den langen Schimmern ab und blieb unwillig stehen. Auch von Seitenruder war die Macchi wenig beeindruckt. Rollen auf Gras ist wohl nicht so einfach. Also schob ich die Macchi zum Startpunkt und gab mit voll gezogenem Höhenruder beherzt Vollgas. Nach ca. 2 m unbeholfenen Herumgehopse hatte das Höhenruder Anströmung, die Macchi neigte sich leicht nach hinten und hob willig ab. Mit genügend Motorleistung ist der Start auf Gras kein Problem, es sieht aber nicht wirklich elegant aus. In der Luft ist die Macchi eine wahre Freude. Wie bei meiner Separt SU 29 gewohnt, fliegt auch die Macchi extrem ausgewogen und unkritisch. Alle Flugfiguren, ob dynamisch oder 3D gelingen genau wie bei einem echten 3D Flieger. Einzig das Torquen gelingt nicht so perfekt, wen wundert’s, die Querruder sind nur am Außenflügel und die langen Schwimmer sind hier auch nicht von Vorteil. Bei einem vorsichtigen Speedüberflug zeigte die Telemetrie 134 km/h an, etwas schneller als meine SU 29 mit gleichem Propeller.
Mal sehen wie die Landung wird. Der Landeanflug völlig unkritisch, auch mit Nase oben bleibt die Macchi völlig berechenbar und gutmütig. Mit erhobener Nase setzte ich die Macchi sanft ins Gras, aber au weia, bei der Landung bekommt man Augenkrebs, die Macchi neigt sich sofort nach vorne und bremst mit hin und her Geschaukel nach ca. 3 m zum Stillstand ab. Ich versuche das Ganze nochmal etwas langsamer und weiter durchgezogen, aber schön wird die Landung trotzdem nicht. Also Fliegen ist gigantisch, aber bei Start und Landung auf Gras sollte man wegschauen.
Ein paar Wochen später war ich dann mit meinem Freund Rene in Moritzburg an dessen Haus-See um die Macchi am Wasser zu testen. Ich habe natürlicher meine Macchi aus Optikgründen das hässliche Wasserruder erspart, das Original hatte schließlich auch keins. Daher war das langsame Fahren auf dem Wasser nicht ganz einfach. Linkskurven gehen mit voll Seitenruder links und voll durchgezogenem Höhenruder, und leichten Gasstößen, bei Rechtskurven ist die „Rote“ eher unwillig. Dann ging‘s zum Startlauf. Leicht Höhe gezogen und Vollgas, nach ein paar Metern springt die Macchi förmlich in die Luft, na ja, Power ist hallt die halbe Miete. Das Fliegen ist genau wie über Land, -blöde Bemerkung-, dann kam die Landung. Flacher Anflug, Nase oben etwas Gas stehen lassen und sanft ausschweben, es hätte eigentlich eine Super Landung werden müssen. Aber die „Rote“ schlingerte zwei-drei Mal heftig hin und her und blieb stehen. Was war den das? –Die Räder? Vielleicht muss ich noch mehr ausflairen? Im Akku war noch genug Power, das Ganze nochmal, Super Anflug und kurz vorm Aufsetzen voll durchgezogen, na ja das war ja schon besser, aber so richtig Freude kam nicht auf. An ein Gleiten auf Stufe war überhaut nicht zu denken. Rene und ich sahen uns den Flieger gemeinsam an und dann war klar wo das Problem lag. Zum einen die Räder, sicherlich, aber das Hautproblem war die Anstellung des Modells auf den Schwimmern. Das ist für Betrieb auf Land optimiert, damit das Modell abheben kann muss es eine deutliche Anstellung haben, die Schwimmer können schließlich auf Land nicht eintauchen. Am Wasser wird das zum Problem. Beim Landen tauchen die Schwimmer zuerst weit vor der Stufe ein und werden natürlich instabil. Die Lösung: am hintern Schwimmerbügel wird ein ca. 8mm dickes Holzklötzchen unterlegt. Na jetzt steht die Macchi doch schon ganz anders auf dem Wasser. Schon beim Start macht sich die Änderung bemerkbar. Elegant gleitet die Macchi auf der Stufe und löst sich dann sanft vom Wasser und erst die Landung, mit hoher Nase setzt sie sich jetzt genau auf die Stufe und gleitet majestätisch aus. Voller Erfolg, der Start vom Gras dürfte jetzt allerdings schwierig werden, aber wer will das schon, das ist schließlich ein Wasserflugzeug. Daher wurden jetzt auch die Räder ausgebaut und die Öffnung mit Schaum verschlossen. Nach dem Verschleifen ein Stückchen silber Folie drüber und fertig war die Amphiben Nummer.
Nach den jetzt vielversprechenden Erfahrungen mit dem Modell wurde das Projekt adäquater Motor angegangen. Es musste natürlich wie beim Original ein Koachsial Motor werden. Im Handel ist leider kein passendes Triebwerk verfügbar. Die von Robbe angebotenen Motore waren und sind bis heute nicht lieferbar. Also wurden wir selbst tätig. Als Basis sollten Bausatzmotore von Scorpio dienen. Rene wählte den Typ mit 48mm Durchmesser aus. Die erforderlichen Umbauten an den Motoren und die Dreh-und Frästeile entständen mit der freundlichen Unterstützung der Firma Röder Präzision, in der ich damals tätig war. Die Wicklung wurde von Rene ausgelegt und ausgeführt für eine Drehzahl von 575 UPM / Volt, das gibt bei 5S etwa 12000 UPM. Da man bei Koax Motoren nie genau weiß, wie die Steigung des hinteren Propellers sein muss, haben wir uns für Verstellpropeller von Ramoser entschieden. Der vordere Propeller hat einen Durchmesser von 11“, der hintere 10“ linkslaufend. Ein großes Problem war der Spinner. Einen Halbspinner für den hinteren Propeller ist im Handel nicht erhältlich. Auch der vordere Spinner muss eine bestimmte Form haben, damit das Ganze strakt. Von Kawan gibt es einen Spinner mit Alu-Backplate Durchmesser 73mm, der als vorderer Spinner geeignet ist. Der hintere Spinner muss angefertigt werden. Da die Backplate vom hinteren Spinner gleichzeitig Lager für die Welle ist, wird der Spinner komplett aus Alu gedreht.
Der Aufbau des Motors ist im Prinzip recht simpel. Die beiden Statoren werden am Flansch gegeneinander verschraubt. Dazwischen kommt eine Aluplatte als Motorträger. Der hintere Rotor erhält eine neue lange Welle. Der vordere Rotor wird quasi rückwärts auf diese Welle aufgeschoben. Die Ramoser Nabe für den hinteren Propeller wird direkt auf diesen Rotor geschraubt, zusammen mit Backplate und Spinner. Der vordere Propeller wird mit Nabe und Klemmkonus auf die lange Welle geklemmt. Somit können beide Propeller unabhängig voneinander drehen. Hört sich einfach an, aber es steckt eine ganze Menge Know How und experimentieren dahinter.

Der neue Motor muss natürlich jetzt in der Macchi eingepasst werden. Der original Motordom hat recht viel Seitenzug, das geht mit dem Koaxmotor nicht mehr. Also muss ein neuer Motordom gebaut werden. Die Teile dafür sind bei mir erhältlich. Auch die Cowling hat diesen Seitenzug. Zunächst habe ich die Vorderseite der Cowling soweit wie möglich gerade geschliffen, dann aus Balsholz einen Keil aufgeklebt, damit die Vorderseite gerade wird. Das Ganze mit der Kontur verschliffen und zum Schluß mit etwas Klebefolie gold metallic, das Finish wieder hergestellt. Nachdem Rene die Wicklungen fertig hatte haben wir unser Werk im Flugzeug eingebaut. Erster Testlauf im der Werkstatt, alles was nicht angekettet war ist weggeflogen und der Sound war gigantisch. 2 Stunden später waren wir am Wasser. Schon der Anblick der beiden schlanken Propeller erzeugt Gänsehaut, aber der Klang bei Vollgas ist Wahnsinn. Die Leistung ist mehr, viel, viel mehr als ausreichend. Die Steigung der Propeller war von Anfang an perfekt gewählt. Im tiefen Überflug ist eine leichte Schwebung der Motoren zu hören. Wir waren sehr zufrieden mit unserer Arbeit.
Jetzt mußte noch die Zelle optimiert werden. Als erstes wurde der Kohlestab mit Glasrowings gefüllt. Der Stab hat außen 13mm Durchmesser, hier hat Separt ein Maß gewählt was nicht so einfach zu bekommen ist, daher die Modifikation. Der Stab wird mit Sicherheit jetzt halten. In der Werkstatt habe ich vorsichtig die Flächen belastet, bis ca, 10G das sollte auch reichen, die Flächen sind stabiler als sie aussehen.
Als nächsten ging es an die Höhen und Seitenruder. Zunächst dachte ich die dicke Hinterkante ist massiv, aber weit gefehlt, sie ist hohl. Spitz zuschleifen –unmöglich. Also habe ich die Ruder in altbekannter Rippen und Holmbauweise neu gebaut. Zum Glück wurde Oracover Folie verwendet, die auch hier in gleicher Farbe erhältlich ist. Genau wie die Höhenruder habe ich auch die Verkleidung der Schwimmerstreben in Profilform verschliffen und neu bespannt. Einzig die Flächen habe ich noch mit der dicken Hinterkante belassen, der Aufwand dafür war mit zu hoch. Der Erfolg der Optimierung: 182 km/h, gemessen mit zuvor bei Röder Präzision geeichter Telemetrie. (Leider blieb die Geschwindigkeit immer bei 182 km/h weil der Speedsensor wohl nicht mehr messen kann. Das muß nochmal geprüft werden.)
In dieser Konfiguration habe ich die Macchi viele Male geflogen, bis mir in Dresden auf der Elbe ein kleines „Hoppala“ passierte. Es war starker Wind und bei Wind möchte die Macchi auf dem Wasser halt immer nur gegen den Wind fahren. Dummerweise hatte ich den Ehrgeiz zur Startstelle zurück zu fahren. Mit starken Gasstößen drehte ich die Macchi, dann ein Augenblick nicht aufgepasst und eine Windbö ließ die Macchi vorne überkippen. In Sekunden war sie abgesoffen nur die Schwimmer schauten noch raus. Zum Glück waren alle Einbauten wasserdicht verpackt, sodass sich der Schaden in Grenzen hielt. Aber die Fläche war aufgeweicht und musste „enthäutet“ werden. Jetzt war die Gelegenheit auch hier die Endleiste schön spitz zu schleifen. Dafür habe ich eine fertige Endleiste 5x10 mm angeklebt und das Ganze sauber verschliffen. Danach die Fläche wieder neu bespannt und mit Klebefolie Kupfer metallic die „Kühler“ wieder aufgeklebt.
Die Höchstgeschwindigkeit blieb aus oben genanntem Grund immer noch bei 182 km/h, aber bei einem Vergleich mit einer Supermariene S4, die mit 205 km/h gemessen wurde, war die Macchi nicht erkennbar langsamer.
Inzwischen hat die Macchi viele Flugstunden absolviert und ich habe mit ihr 2012 und 2013 und 2016 die Schneider Trophy gewonnen.
Jeder der die „Rote“ sieht, ist fasziniert von der Zeitlosen Eleganz dieses Racers, der Geschwindigkeit und vor allem vom einzigartigen unverwechselbaren Sound des KK Motors. Obwohl Silvestri die Macchi M-72 nie als Rennflugzeug konstruiert hatte, kann man mit einigen Veränderungen einen genialen Schneider Racer bekommen.